Am 20. Juni 2004 rettet die Besatzung der "Cap Anamur" im Seegebiet zwischen der lybischen Küste und der italienischen Insel Lampedusa 37 Männer von einem defekten Schlauchboot...
Unmittelbar nach der Rettung beginnt die Suche nach einem sicheren Hafen, in dem die Schiffbrüchigen an Land gebracht werden sollen. Weil die "Cap Anamur" zu groß ist, um die Insel Lampedusa anlaufen zu können, zieht sich die Suche nach einer geeigneten Anlegestelle hin...
Das Mittelmeer ist militärisches Sperrgebiet. Immer wieder wird auch die "Cap Anamur" von Aufklärungsflugzeugen überflogen oder von Kriegsschiffen umrundet...
11 Tage lang verweigern die italienischen Behörden der "Cap Anamur" ohne Begründung rechtswidrig die Einfahrt in den Hafen Porto Empedocle/Sizilien. Während sich in Deutschland zunächst kaum jemand für die dramatische Situation interessiert, zeigen Menschenrechtler, Politiker, Gewerkschafter, Journalisten und die katholische Kirche in Italien Solidarität mit den 37 Geretteten auf dem deutschen Schiff...
Nachdem mehrere der Schiffbrüchigen mit Selbstmord drohen, erklärt Kapitän Stefan Schmidt den Notfall und verlangt am 11. Juli 2004 ultimativ die Genehmigung zur Einfahrt in den Hafen...
Die italienische Zivilgesellschaft zeigt vom ersten Tag an, was sie vom brutalen Vorgehen der Behörden hält: Im ganzen Land regt sich Solidarität mit den Geretteten von der "Cap Anamur". 37 Städte Italiens bieten an, jeweils einen der Asylsuchenden aufzunehmen...
Die "Cap Anamur" - ein umgebauter Frachter von knapp 100 Metern Länge - ist ein weltweit einmaliges privates Rettungsschiff. Die erste Reise führt Ende Februar 2004 nach Westafrika, wo Hilfsgüter für Sierra-Leone, Liberia und Angola angelandet werden...
Mohammed Yussif war einer der 37 Geretteten von der "Cap Anamur". Im April 2006 starb er mit zwanzig weiteren Flüchtlingen bei einem erneuten Versuch nach Europa zu gelangen, als ihr Boot im Sturm vor Lampedusa kenterte...
Niemand weiß genau, wieviele Menschen bei dem Versuch ums Leben kommen, "illegal" nach Europa zu gelangen.
Keiner kennt ihre Namen...
21.07.2010
Libyen hat eine Massenbefreiung der inhaftierten Migranten vorgenommen. Nicht nur die 205 inhaftierten Eritreer in Braq wurden entlassen, sondern auch 2800 weitere Flüchtlinge und Migranten. Alle haben eine Aufenthaltserlaubnis für drei Monate erhalten, um sich Arbeit in Libyen zu suchen.