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31.10.2006, Spanien Bilder
Der Seerettung und der Guardia Civil in Spanien ist es gelungen 31 Immigranten aus dem Maghreb zu retten. Die Flüchtlinge, darunter auch fünf Minderjährige, trieben in drei Pateras 25 Meilen vor der Küste von Cabo de Gata (Almeria, Andalusien) im Mittelmeer.
31.10.2006, Megawelle Canarias
Der Präsident Mauretaniens, Oberst Ely Ould Mohamed Vall, hat bei seinem ersten Besuch in Spanien erklärt, er wolle mit der spanischen Regierung über den möglichen Einsatz weiterer Flugzeuge zur Absicherung der mauretanischen Grenzen verhandeln. Bisher überwacht die europäische Grenzschutztruppe Frontex in Zusammenarbeit mit der Guardia Civil mit Schiffen und Flugzeugen die Küste, um Boote mit Ziel auf die Kanarischen Inseln abzufangen.
31.10.2006, Schweizer Fernsehen
Afrika schafft es trotz eines starken Wirtschaftswachstums und steigender Exporte noch nicht, die weit verbreitete Armut in den Griff zu bekommen. Das geht aus dem diesjährigen Afrika-Bericht der Weltbank hervor.
31.10.2006, Kanaren Nachrichten
Europa baut an der Festung gegen die illegale Einwanderung, Corinna Milborn's Buch: Gestürmte Festung Europa - Die Autorin zeigt in diesem Buch einmal genau auf, welche Probleme Europa im Bezug auf Zuwanderung, Integration und Asyl wirklich hat.
30.10.2006, Der Tagesspiegel, Berlin
Das Schiff ist blau und groß und schwer. Der mächtige, sich nach oben verjüngende Rumpf glänzt in der Sonne, und wer die Augen zusammenkneift, glaubt die Wellen zu sehen, die das blaue Schiff auf seinem Weg nach Afrika schlagen wird. Auf der Kommandobrücke stehen die Offiziere der EU-Grenzschutzagentur Frontex und fahnden nach Cayucos: unscheinbaren Holzschiffchen mit mal 50, mal 150 Passagieren, die wochenlang über das Meer treiben.
30.10.2006, taz
Interview mit Almuth Berger, Ausländerbeauftragte in Brandenburg:
"Zuwanderung war im 17. und 18. Jahrhundert die einzige Möglichkeit für das Land, das enorm viele Einwohner verloren hatte. Diese Notwendigkeit haben die Fürsten und Könige offensiv vertreten. Die Bevölkerung hat das auch damals nicht ohne weiteres mitgemacht. Nun wollen wir ja keine Verordnungen eines Obrigkeitsstaates. Doch was man vergleichen kann, ist die Situation, dass man ohne Zuwanderung gar nicht existieren kann."
30.10.2006, Readers Edition
Hätte man in diesem Sommer in den europäischen Raum gerufen: „Wer hat Angst vor dem schwarzen Mann“ so hätte man ein lautes „Jeder“ vernehmen können. Die Medienberichte des Sommers, in denen über Flüchtlinge aus Afrika berichtet wurde, die unter elenden Umständen auf die Kanaren oder die italienische Insel Lampedusa gelangt sind, verschwinden zwar langsam aus dem öffentlichen Bewusstsein, doch das Problem der Flüchtlinge wird in den nächsten Jahren eher zunehmen.
29.10.2006, mdr
Tausende Spanier haben auf Teneriffa gegen den Zustrom von Bootsflüchtlingen auf die Kanarischen Inseln demonstriert. Zu der Kundgebung hatten mehrere Gruppen von kanarischen Nationalisten aufgerufen. Die Demonstranten forderten strengere Ausländergesetze und skandierten Slogans wie: "Die Inseln gehen unter, es ist kein Platz für mehr Leute da."
29.10.2006, Österreichischer Rundfunk
24 Flüchtlinge, die illegal über Österreich nach Italien gelangt sind, wurden am Samstag von den italienischen Behörden aufgegriffen und nach Kärnten zurückgeschickt. Sie wurden versorgt und werden noch am Sonntag abgeschoben. Die 19 Albaner, zwei Serben und drei Chinesen waren fast zwei Wochen unterwegs. Eingepfercht in einen Kleinbus, der für neun Personen zugelassen ist.
29.10.2006, Deutsche Welle
Seit Monaten sitzen Hunderte irakischer Palästinenser an der irakisch-syrischen Grenze fest. Weil sie keine eigene Staatsangehörigkeit haben, gibt es für sie keine Möglichkeit zur Flucht.
28.10.2006, Kölnische Rundschau
Bisher gab es nichts Besonderes aus Adro zu berichten. Viel geschieht dort in der Regel nicht. Doch Oscar Lancini hat das geändert. Er ist Bürgermeister in Adro und hat mit einer eigenwilligen Entscheidung sein Städtchen in die Schlagzeilen gebracht: Er setzte ein Kopfgeld auf illegale Einwanderer aus.
28.10.2006, Kölner Stadtanzeiger
Zum Abschluss des Aktionstages zur „Sicherheitsoffensive 2006“ kontrollierten mehr als 200 Beamte der Polizei und Mitarbeiter des Ordnungsamtes die Beschäftigten der Eigelstein-Gaststätten und überprüften die anwesenden Frauen. „Wir suchen nach Personen, die sich illegal in Deutschland aufhalten und der Prostitution nachgehen“, sagte Polizeisprecher Jürgen Göbel.
28.10.2006, Rheinische Post
Mexiko verschärft seine Kritik an dem Grenzzaun, den die USA zwischen den beiden Ländern errichten wollen. Der scheidende Präsident Vicente Fox nannte das ganze Projekt eine für die USA peinliche Affäre und verglich es mit der Berliner Mauer. Der über 1000 Kilometer lange geplante High-Tech-Zaun werde arbeitssuchende Mexikaner nicht daran hindern, in die Vereinigten Staaten überzuwandern.
28.10.2006, taz
Amnesty international beklagt unaufgeklärte Todesfälle von Flüchtlingen an der Grenze der spanischen Exklaven.
27.10.2006, Die Welt
Die Europäische Union hat ihre inneren Grenzen aufgelöst, ohne sich auf eine gemeinsame Politik über Außengrenzen und Einwanderung zu verständigen. Dieses fatale Versäumnis rächt sich nun tagtäglich. Von Hannelore Crolly
27.10.2006, Der Standard, Wien
Herbe Amnesty-Kritik an den Schutzmaßnahmen bei Ceuta und Melilla in Marokko.
27.10.2006, 20min.ch
Im vergangenen Jahr haben nach Angaben der Vereinten Nationen weltweit rund 852 Millionen Menschen Hunger gelitten. Das sind elf Millionen mehr als im Jahr zuvor. Am schlimmsten seien die Menschen in Afrika betroffen, wo Dürre und Klimawandel für eine Ausbreitung der Sahara Richtung Süden sorgten, wie UN-Experte Jean Ziegler am Donnerstag in New York mitteilte. Als weiteren Grund nannte Ziegler den Export von Lebensmitteln aus reichen in arme Länder, wodurch dort einheimischen Händlern geschadet werde.
27.10.2006, Der Spiegel
Mexiko verschärft seine Kritik am geplanten Grenzzaun der USA: Der designierte Staatschef Calderon zog Parallelen zum Bau der Berliner Mauer. Der scheidende Präsident Fox sprach von einer peinlichen Affäre für US-Präsident Bush.
27.10.2006, Neue Zürcher Zeitung
Im Kongresswahlkampf im Südosten Arizonas buhlen beide Parteien mit der Forderung nach einem verschärften Grenzschutz um Stimmen. Der republikanische Kandidat geht dabei aber vielen zu weit. Der Partei Bushs droht hier deshalb der Verlust eines wichtigen Sitzes.
27.10.2006, Berliner Morgenpost
"Ein wichtiges Instrument, um die illegale Zuwanderung nach Europa effizient zu senken, ist die effektive Überwachung der EU-Außengrenzen durch die Mitgliedstaaten der EU unter Einbeziehung der europäischen Grenzschutzagentur Frontex."
27.10.2006, Berliner Morgenpost
Vor allem in die "zirkuläre Migration", also den Gastarbeiterstatus auf Zeit, setzt Innenminister Schäuble Hoffnungen. Das Konzept, das auch von Migrationsexperten der Vereinten Nationen (UN) gelobt wird, ist simpel: Ausgewählte Arbeitskräfte können drei bis fünf Jahre in einem EU-Land arbeiten, Geld nach Hause überweisen und anschließend mit neu erworbenem Wissen zurückkehren.
27.10.2006, taz
In drei Wochen diskutiert die Innenministerkonferenz über ein Bleiberecht für geduldete Flüchtlinge. Manche Ausländerbehörden schaffen da noch schnell Fakten - und schieben Flüchtlinge trotz Krankheit ab.
26.10.2006, Der Standard, Wien
Brüssel - Die Europäische Kommission hat am Donnerstag den Abschluss zweier Übereinkünfte mit der Ukraine bekannt gegeben, welche die Bewilligung von Visa und die Rückführung illegaler Einwanderer erleichtern sollen. Ein diesbezügliches Abkommen soll am morgigen Freitag beim EU/Ukraine-Gipfel in Helsinki unterzeichnet werden.
26.10.2006, tagesschau.de
Es geht um über 1000 Kilometer Zaun an der amerikanischen Südgrenze zu Mexiko. Geplant vor allem in der Nähe von Ballungsgebieten, um illegale Immigranten bereits zu stoppen, bevor sie die USA erreichen.
26.10.2006, Der Tagesspiegel
Die Polizei hat 18 illegal eingereiste tschetschenische Kinder und Erwachsene in Klein Kienitz nahe Zossen aufgegriffen.
26.10.2006, Kanaren Nachrichten
Ein mit 57 Personen besetztes Flüchtlingsboot, welches bereits in der Nacht von dem Radar des mobilen SIVE-Systems einige Seemeilen vor der Küste der Kanaren Insel Gran Canaria entdeckt wurde, erreichte am Morgen den Hafen von Arguineguin (Gemeindegebiet Mogan). Das Cayuco wurde, nachdem es vom Radar erfasst wurde, vom Patroulienboot 'Almirante Díaz Pimienta' über mehrere Stunden gesucht.
26.10.2006, World Food Programme
Algier - Das UN World Food Programme (WFP) steht
vor wachsenden Schwierigkeiten, Nahrungsmittelhilfe für die
Westsahara-Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern in der Nähe von
Tindouf im südwestlichen Algerien zu leisten - eine Sorge, die auch
von dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)
geteilt wird.
26.10.2006, Neue Zürcher Zeitung
Ein Gespräch mit dem marokkanischen Autor Tahar Ben Jelloun, der als bedeutendster Vertreter französischsprachiger Literatur aus dem Maghreb gilt. Er lebt seit 1971 in Paris, besucht aber regelmässig seine Heimatstadt Tanger. Im Gespräch mit Jeannette Villachica äussert er sich über die Massenflucht aus Nordafrika, die Abschirmung Europas und die sensibilisierende Wirkung von Literatur.
26.10.2006, Österreichischer Rundfunk
Den Behörden ist ein Schlag gegen das internationale Schlepperwesen gelungen. Zwölf Schlepper wurden verhaftet - sie haben mindestens 500 illegale Personen durch die Steiermark geschleust.
26.10.2006, Der Standard, Wien
Deutschland und Frankreich starten eine Initiative zur gemeinsamen Migrationspolitik in Europa. Beim Treffen der Innenminister der sechs größten EU-Staaten wollen der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble und sein französischer Amtskollege Nicolas Sarkozy am heutigen Donnerstag im englischen Stratford-upon-Avon ein umfangreiches Papier präsentieren, das unter anderem die Gründung einer europäischen Asylbehörde vorsieht.
25.10.2006, Jungle World
Benin oder Togo? Hauptsache Afrika! Als Oumar Latif* freigelassen wurde, fand er sich in Cotonou, Benin, wieder. Sieben Tage waren vergangen, seit der Nigerianer zu einem Termin in der Hamburger Ausländerbehörde erschienen war, um seine Duldung verlängern zu lassen – und stattdessen ohne Vorwarnung festgenommen wurde. Die Beamten hatten ihm erklärt, sein Aufenthaltsrecht sei abgelaufen und ein Flug nach Togo gebucht.
25.10.2006, stern
Tag für Tag versuchen Flüchtlinge, illegal nach Europa einzuwandern, an den Küsten spielen sich grauenvolle Dramen ab. Die Deutschen, die 2007 die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen, wollen das ändern - ein bisschen wenigstens.
25.10.2006, Oberösterreich Nachrichten
Die norditalienische Kleinstadt Adro hat 500 Euro Belohnung für Polizisten ausgesetzt, die einen illegalen Einwanderer festnehmen. "Es handelt sich nicht um ein Kopfgeld, sondern um einen Bonus", sagte Bürgermeister Oscar Lancini von der populistischen Lega Nord.
25.10.2006, Basler Zeitung
Athen. DPA/baz. Der Strom illegaler Einwanderer nach Griechenland reisst nicht ab. Am Mittwoch griff die griechische Polizei an einem Strand der Insel Euböa 63 Flüchtlinge auf. Weitere 14 illegale Zuwanderer waren in der Nacht zum Mittwoch vor der Insel Lesbos entdeckt worden.
25.10.2006, Teneriffa Nachrichten
Das Problem der „illegalen Einwanderung“ bewegt die Bürger Teneriffas seit langem - und manche von ihnen mittlerweile auch auf die Straße. Dreimal ist es in den vergangenen Wochen bereits zu Demonstrationen gegen das gekommen, was Kleinparteien des rechten politischen Lagers als „Invasion“ bezeichnen.
25.10.2006, Norddeutscher Rundfunk
Gegner der zentralen Aufnahme- und Ausländerbehörde (ZAAB) in Oldenburg wollen heute in Hannover gegen die ihrer Ansicht nach schlechte Unterbringung und Verpflegung in der Einrichtung demonstrieren. In der vergangenen Woche hatten Unterstützergruppen und Asylbewerber in Oldenburg bereits für die Auflösung von Sammellagern für Flüchtlinge protestiert.
25.10.2006, 20minuten.ch
Ein Angriff mit Knallkörpern, Flucht mit verbundenen Augen, Soldaten, Gefangenschaft: Das erleben Schweizer Sekundarschüler, wenn sie an den Projekttagen «Flucht Asyl Integration» teilnehmen. Mit dem eineinhalbstündigen Spiel sollen sich Jugendliche in die Situation von Asylbewerbern versetzen können.
25.10.2006, Deutschlandradio Kultur
Vor dem Hintergrund einer immer stärkeren Abwanderung gut ausgebildeter Akademiker aus Deutschland hat das Vorstandsmitglied des Rates für Migration, Klaus Bade, dazu aufgerufen, entscheidende Fehler in der Migrations- und Integrationspolitik zu korrigieren.
24.10.2006, swissinfo
Ein international anerkannter Migrations-Experte betont, die Schweiz schneide sich ins eigene Fleisch, wenn sie die zehntausenden Migranten, die illegal im Land arbeiten, nicht anerkenne. Manuel Carballo erklärt, die Mehrheit der Sans Papiers in Europa seien nicht "Sozialfälle", sondern eine wertvolle wirtschaftliche und soziale Ressource, die grösstenteils ungenutzt bleibe.
24.10.2006, Oberösterreich Nachrichten
Valletta (APA,ag.) - Maltas Küstenwache hat 19 Flüchtlinge aus Seenot gerettet. Ihr Boot kenterte am Dienstag vor der Mittelmeerinsel, wie die Polizei mitteilte. Zwei der Migranten, eine schwangere Frau und ein Mann, starben auf dem Weg ins Spital. Vier Insassen werden noch vermisst. Zuvor erreichten bei einer anderen Überfahrt 25 Flüchtlinge die Mittelmeerinsel. Patrouillenboote bargen außerdem drei verweste Leichen.
24.10.2006, Niederösterreich Nachrichten
Unter Verdacht der Schlepperei ist am Montag ein 35-jähriger Slowake am Bahnhof in Marchegg gestellt worden. Wie die NÖ Sicherheitsdirektion mitteilte, soll der Mann vier ukrainische Staatsbürger in einem Hohlraum der Decke eines Zuges versteckt haben. Die Bahn war von Bratislava nach Wien unterwegs.
24.10.2006, Frankfurter Rundschau
In der Debatte über ein Bleiberecht für Ausländer fordert die Union drastische Sozialkürzungen für Flüchtlinge. Die SPD lehnt den Vorstoß strikt ab.
23.10.2006, Megawelle Canarias
Der spanische Präsident José Luis Rodríguez Zapatero will aufgrund der Flüchtlingssituation das Seerecht modifizieren. Nach aktuellem Seerecht gelten Immigranten die auf den Kanarischen Inseln oder auf dem spanischen Festland ankommen, als Schiffbrüchige. Im Gegensatz zu Immigranten die z.B. am Flughafen in Madrid ankommen, können sie nicht direkt an der Landesgrenze abgewiesen werden.
23.10.2006, Der Standard, Wien
530 Flüchtlinge in zwei Tagen auf der Insel gelandet - Premier kündigt Revision des Immigrationsgesetzes der Vorgängerregierung an
23.10.2006, taz
Bremer EU-Abgeordnete besuchte Flüchtlingslager auf Gran Canaria. Ihr Fazit: Die EU subventioniert die Armut in Afrika
22.10.2006, Kanaren Nachrichten
Am frühen Morgen des heutigen Sonntags (22.Oktober) erreichten bereits zwei Flüchtlingsboote die Inseln Lanzarote und Gran Canaria. Die erste der beiden Pateras wurde gegen 03:30 Uhr, vor der Küste Gran Canarias entdeckt, hierbei handelte es sich um ein Boot mit 14 Flüchtlingen an Bord, bei dem zweiten Flüchtlinsboot handelte es sich um eine Patera mit 20 Afrikanern an Bord.
22.10.2006, Oberösterreich Nachrichten
Rom (APA/ag.) - Die italienische Küstenwache hat am Sonntag nahe der Insel Lampedusa erneut zwei Boote mit fast 450 Flüchtlingen aufgegriffen. Mehr als 400 Menschen befanden sich auf einem Fischerboot, unter ihnen 21 Frauen, ein Baby und mehrere Minderjährige. Sie seien vermutlich von der libyschen Küste aus losgefahren und hätten aufgrund des schlechten Wetters einen Notruf per Handy an die Küstenwache geschickt.
21.10.2006, Kleine Zeitung, Graz
Menschenschmuggler haben einem Bericht der UNO zufolge mindestens fünf afrikanische Flüchtlinge während einer Überfahrt in den Jemen den Haien vorgeworfen. Insgesamt seien in den vergangenen Wochen mindestens 64 ostafrikanische Flüchtlinge im haiverseuchten Golf von Aden ums Leben gekommen, 62 weitere gälten als vermisst, sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshochkommissariats, Ron Redmond, am Freitag in Genf.
20.10.2006, CaféBabel - Europazeitung
Europa bewacht seine Grenzen. Die Küstenpatrouillen an den südwestlichen Rändern der Europäischen Union bestehen aus zwei spanischen Hubschraubern, einem Schiff und einem Hubschrauber aus Italien, einem Flugzeug mit finnischer Flagge und einer portugiesische Fregatte.
20.10.2006, Der Standard, Wien
Athen - Bei dem Versuch, in stürmischer See mit einem Schlauchboot von der Türkei nach Griechenland überzusetzen, sind zwei Einwanderer ertrunken. Wie die griechische Küstenwache am Freitag weiter mitteilte, fanden Einwohner der Ostägäisinsel Lesbos die Leichen der jungen Kurden am Vortag am Strand.
20.10.2006, Der Standard, Wien
Hamburg - Ständig versuchen Menschen aus afrikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Ländern, illegal in EU-Staaten einzuwandern. Vor allem Spanien und Italien aber auch Griechenland und Malta sind die Ziele so genannter Bootsflüchtlinge.
20.10.2006, taz
Jetzt baut auch Saudi-Arabien an einer Mauer. Sie wird zwar nur zum Teil aus Beton bestehen und wie eine Mauer im engeren Sinne aussehen, soll aber so unüberwindlich sein wie die großen Bollwerke der Menschheitsgeschichte. Von Marius Meyer
19.10.2006, no-racism.net
Am 7. Oktober 2006, dem transnationalen Aktionstag gegen die Kontrolle von Migration, versammelten sich ca. 150 Personen vor dem Zaun von Ceuta zu einem Akt des Erinnerns. Ein Jahr zuvor hatten an dieser Stelle mindestens fünf Menschen ihr Leben verloren.
19.10.2006, ZDF
Mainz (ots) - Den Menschen und Politikern in Europa müsse endlich
klar werden, dass es nicht möglich ist, illegale Einwanderung
komplett zu unterbinden, egal mit welchen Mitteln. Das erklärte der
Europaparlamentarier Hartmut Nassauer (CDU) gegenüber dem ZDF-
"auslandsjournal".
19.10.2006, Megawelle Canarias
Mehr als 19.500 illegal auf den Kanarischen Inseln lebende Ausländer haben im Jahr 2005 eine befristete Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erhalten. Von insgesamt 24.400 Anträgen wurden von den kanarischen Behörden knapp 5.000 abgelehnt.
19.10.2006, Megawelle Canarias
Vor der Küste Teneriffas ist gestern eine Patera mit 53 Immigranten aufgebracht worden. Sie wurden im Hafen von Los Cristianos vom Roten Kreuz versorgt. Zwei leere Pateras hat die Guardia Civil am Strand von Pozo Izquierdo und Telde auf Gran Canaria gefunden. Die beiden Boote sind unentdeckt, trotz FRONTEX-Booten und SIVE-Radarsystem auf Gran Canaria angekommen.
19.10.2006, Junge Welt
Die italienische Mitte-links-Regierung plant keine grundsätzliche Änderung von Berlusconis restriktiver Migrationspolitik. EU-Vorgaben sollen eingehalten werden. Bericht von Ulla Jelpke (MdB, Die Linke) zu einem Besuch des Bundestags-Innenausschusses auf Lampedusa.
18.10.2006, Trostberger Tagblatt
Piding. Drei blinde Passagiere hatte ein türkischer Reisebus, der am Sonntag in Piding von Polizisten kontrolliert wurde, an Bord. Die drei Kurden waren in einem nur etwa 70 Zentimeter breiten, 40 Zentimeter hohen und 380 Zentimeter langen Hohlraum vor dem Motor versteckt. Ihrem körperlichen Zustand nach zu schließen, dürften die drei Männer einen Großteil der Fahrtstrecke von der Türkei nach Deutschland in dem Hohlraum unter dem Mittelgang des Busses liegend zugebracht haben.
18.10.2006, Megawelle Canarias
Am Playa de Garita auf Lanzarote sind gestern 23 Afrikaner in einer Patera angekommen. Die Guardia Civil konnte einen Marokkaner festnehmen, der die Immigranten in Empfang nehmen wollte. Für die Abholung stand ein Kleinbus bereit. Der seit mehreren Jahren auf der Insel lebende Mann gab bei der Vernehmung an, einem Familienmitglied, daß sich unter den Immigranten befindet, helfen zu wollen. Die Guardia Civil verdächtigt den Marokkaner allerdings als Mitglied der Flüchtlingsmafia zu arbeiten.
18.10.2006, n-tv
Etwa 10.000 burundische Flüchtlinge, die seit Jahren in Flüchtlingslagern in Tansania leben, sollen demnächst in die USA umsiedeln.
17.10.2006, Passauer Neue Presse
Freyung. Mit Menschenschmuggel hat ein ehemaliger Bauer aus dem Landkreis Freyung-Grafenau seine Frührente aufgebessert. Der 53-Jährige ging der Polizei bei einer Kontrolle am Grenzübergang Bayerisch Eisenstein ins Netz. Im Kofferraum seines BMW fand die Polizei einen 32-jährigen Iraker.
17.10.2006, Human Rights Watch
(Brüssel, 17. Oktober 2006) – Die Europäische Union gefährdet die Menschenrechte von Migranten, Asylbewerbern und Flüchtlingen, wenn sie die Verantwortung für Migration auf Länder außerhalb der EU abschiebt. Human Rights Watch veröffentlicht dazu heute einen Hintergrundbericht. Auf dem informellen Gipfeltreffen der EU am Freitag in Lahti wird erwartet, dass die Staats- und Regierungschefs die Migrationspolitik diskutieren.
17.10.2006, Basler Zeitung
Athen. AP/baz. Die griechische Küstenwache hat am Dienstag 110 Flüchtlinge aufgegriffen, die illegal einreisen wollten. Sie seien an Bord einer Yacht vor der Insel Farmakonissi in der Ägäis entdeckt worden, teilte das Handelsmarine-Ministerium mit. Unter ihnen seien 26 Kinder. Woher die Flüchtlinge stammten, wurde zunächst nicht bekannt.
17.10.2006, taz
Libysche Polizisten haben in den vergangenen 27 Tagen rund 1.930 Personen festgenommen, die illegal nach Europa gelangen wollten. In derselben Zeit seien mehr als 3.700 Einwanderer aus afrikanischen Staaten abgeschoben worden, die bereits früher festgenommen worden seien, teilte das Innenministerium gestern mit. Auch sie hätten das Ziel gehabt, illegal über das Mittelmeer nach Italien zu gelangen.
17.10.2006, stern
"Unvergessliche Erfahrungen touristischer Natur" versprach ein Veranstalter 500 jungen Bulgarinnen. Bei der Ankunft auf den Kanaren erwartete sie allerdings statt legaler Arbeit ein Dasein als Sex-Sklavinnen.
17.10.2006, chilli.cc
Interview mit dem österreichischen Autor Robert Klement. In seinem neuesten Buch „Siebzig Meilen zum Paradies“ prangert er die massenweise verübten Menschenrechtsverletzungen und die scheinheilige Politik rund um die Flüchtlingsproblematik an.
16.10.2006, Megawelle Canarias
Die spanische Polizei hat einen internationalen Schieberring ausgehoben, der professionell Rauschgift und illegale Zuwanderer auf die Kanaren geschleust hat. Die Bande hatte mit ihren Booten Rauschgift von Marokko auf die Kanaren gebracht und dabei auch Flüchtlinge mitgenommen. Die Afrikaner mussten für die Überfahrt jeweils 1.000 Euro zahlen oder längere Zeit für die Bande arbeiten.
16.10.2006, taz
Auf der Mittelmeerinsel Lampedusa sind am Wochenende erneut fast 500 Flüchtlinge gelandet. Allein Samstagmorgen wurden rund 200 Immigranten bei schwerer See auf einem 18 Meter langen Boot gesichtet. Die Küstenwache brachte sie an Land. Die meisten Einwanderer starten ihre gefährliche Reise in Nordafrika.
16.10.2006, Junge Welt
Aufstand im niedersächsischen Flüchtlingslager Blankenburg: Rund 250 Bewohner wehren sich gegen Erniedrigung und mieses Essen.
16.10.2006, Junge Welt
Druck auf Flüchtlinge, Deutschland zu verlassen. Ein Gespräch mit Kamil N., der als Flüchtling im Lager Blankenburg, in der Nähe von Oldenburg, lebt.
15.10.2006, LinksZeitung
Stuttgart (LiZ). Unter dem Motto „Niemand isst für sich allein“ hat „Brot für die Welt“ zum Welternährungstag eine neue Kampagne gestartet. Die evangelische Hilfsaktion will auf die Ursachen der katastrophalen Ernährungslage weltweit und die negativen Folgen des Welthandels mit Lebensmitteln aufmerksam machen. „Was wir essen ist eben nicht nur unsere eigene Sache!"
14.10.2006, Deutschlandfunk
Schätzungsweise 50.000 Menschen versuchen jährlich ihr Glück und fordern damit das Schicksal heraus. Auf kleinen und größeren Holzbooten wollen sie das Mittelmeer von Afrika aus nach Europa überqueren, ohne zu ahnen, dass sie dabei in Lebensgefahr geraten. Was für Urlauber ein blaues und erholsames Badegewässer ist, wird oft zum nassen Grab für Immigranten.
14.10.2006, Oberösterreich Nachrichten
Rom (APA/dpa) - Auf der süditalienischen Insel Lampedusa sind zwischen Freitag und Samstag erneut fast 500 Flüchtlinge gelandet. Allein am Samstagmorgen wurden rund 200 Immigranten auf einem 18 Meter langen Boot gesichtet, das bei hohem Wellengang und heftigem Unwetter vor der Küste im Wasser trieb.
14.10.2006, Frankfurter Allgemeine
Ein neuer Welthungerindex soll den politischen Willen der Regierungen stärken, im Kampf gegen die Unterernährung nicht nachzulassen. Der Index, den das Internationale Forschungsinstitut für Ernährungspolitik (IFPRI) in Washington entwickelt hat, vergleicht die Lage von insgesamt 119 Entwicklungsländern und Transformationsstaaten in Osteuropa in den vergangenen 25 Jahren.
13.10.2006, Deutschlandfunk
Sizilien, Lampedusa und Linosa: in den vergangenen Tagen sind wieder fast 500 afrikanische Flüchtlinge auf den italienischen Inseln angekommen. Von 36 Menschen, die in einem Boot über das Meer trieben, fehlt aber jede Spur. Vielen Einwanderern ist die Gefahr, die im Kanal von Sizilien lauert, gar nicht bewusst. Karl Hoffmann berichtet.
13.10.2006, Kanaren Nachrichten
Innerhalb der letzten 24 Stunden erreichten 237 afrikanische Immigranten die Kanaren, unter den Flüchtlingen befanden sich auch diesmal wieder zahlreiche Kinder, Jugendliche und Frauen. Auf der Kanaren Insel Lanzarote kamen im Morgengrauen 15 sogenannte 'sin papeles' an, unter ihnen ein Jugendlicher, sowie drei Frauen. Auch El Hierro, die westlichste und kleinste der Kanaren Inseln war in den letzten Stunden wieder ein Anlandepunkt für ein Flüchtlingsboot mit Afrikanern.
13.10.2006, Wiener Zeitung
Der EU droht, langfristig am Bevölkerungsschwund zu zerbrechen. Bis zum Jahr 2030 werde es EU-weit um 20 Millionen weniger Arbeitskräfte geben als heute, warnte Sozialkommissar Vladimir Spidla. In der Folge wird das Wirtschaftswachstum bis 2050 deutlich sinken, die Budgetdefizite und die Verschuldung werden hochschnellen. Helfen soll u.a. die Migration als "Rettungsanker". 2009 will die Kommission deshalb einen Vorschlag für die legale Migration von Bürgern außerhalb der EU vorlegen.
12.10.2006, Kanaren Nachrichten
Mit einem typisch marokkanischem Fischerboot gelang es in der Nacht zum heutigen Donnerstag 15 Afrikanern, die Kanarischen Inseln zu erreichen. Die Immigranten kamen gegen 03:30 Uhr in der Nacht an der Playa de Los Charcos (Gemeindegebiet Teguise) an. An Bord des 6 Meter-Fischerbootes befanden sich 11 Männer, 3 Frauen, sowie 1 Jugendlicher unter 18 Jahren.
12.10.2006, Basler Zeitung
Rom. SDA/baz. Ein 81-jähriger Priester ist in Italien wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger und Zuhälterei festgenommen worden. Er soll illegale Einwanderer vor die Alternative gestellt haben, sich zu prostituieren oder bei der Polizei angezeigt zu werden.
12.10.2006, Schweizer Fernsehen
Das Abkommen enthält eine gegenseitige, umfassende und formlose Verpflichtung zur Rückübernahme eigener Staatsangehöriger und regelt das Verfahren, wie das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement mitteilte. Es sei ein Instrument im verstärkten Kampf gegen die illegale Migration in Europa.
12.10.2006, Stuttgarter Zeitung
Weil die Regierung eine EU-Richtlinie nicht umgesetzt hat, kommen mehr Asylbewerber ins Land. Ein Mehr an Flüchtlingsschutz gibt es jetzt beispielsweise bei einer Verfolgung aufgrund der Religionszugehörigkeit.
11.10.2006, swissinfo
Fast eine Million Ausländerinnen und Ausländer sind in der Schweiz berufstätig. Viele von ihnen sparen Geld, um die Angehörigen zu Hause zu unterstützen.
Überweisungen von Migranten – die so genannten Remittances - stellen für viele ärmere Länder eine wichtige Einnahmequelle dar. Auch die Banken profitieren von diesem wachsenden Geschäft.
11.10.2006, Basler Zeitung
Madrid. DPA/baz. Der Senegal hat sich überraschend geweigert, ein von Spanien initiiertes Abkommen zur Rückführung illegaler Zuwanderer zu unterzeichnen. Der Aussenminister des westafrikanischen Staates, Tidiane Gadio, sagte seinem spanischen Amtskollegen Miguel Angel Moratinos bei einem Treffen in Dakar jedoch zu, dass sein Land bereit sei, auch weiterhin aus Spanien abgeschobene, senegalesische Flüchtlinge wieder aufzunehmen.
11.10.2006, Tages-Anzeiger, Zürich
Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots vor der griechischen Küste sind den Behörden zufolge alle 57 Passagiere gerettet worden. Das Holzboot war bei schlechtem Wetter nahe den Inseln Kithira und Antikithira vor dem südlichen Peloponnes gesunken. Einige der vor allem aus Afghanistan stammenden Flüchtlinge konnten sich heute Morgen an Land retten. Sie informierten die Behörden, dass noch weitere Menschen an Bord gewesen seien.
11.10.2006, Junge Welt
Enttäuscht zeigen sich Flüchtlingshilfsorganisationen über die Beratungen der Innenministerkonferenz in München. »Die bekanntgewordenen Eckpunkte für ein Bleiberecht langjährig Geduldeter sind eine Mogelpackung«, kritisierte Tobias Klaus vom Bleiberechtsbüro im Bayerischen Flüchtlingsrat. »Jahrelanger Lageraufenthalt, Kettenduldungen und unzumutbare Härten wird es damit weiter geben – ebenso die immensen Kosten des Abschiebe- und Lagersystems.«
10.10.2006, Der Standard, Wien
Madrid - Spanien gewährt afrikanischen Staaten mehr Entwicklungshilfen, wenn sie der Rückführung illegaler Zuwanderer zustimmen. Dies sehen zwei Abkommen vor, die Madrid mit den westafrikanischen Ländern Gambia und Guinea geschlossen hat. Danach verpflichten sich beide Länder, ihre aus Spanien abgeschobenen Staatsbürger wieder bei sich aufzunehmen.
10.10.2006, afrika.info
Bamako. Nur wer jungen Menschen in Afrika Arbeit und damit ein Leben in Würde bietet, wird sie daran hindern, die lebensgefährliche Fahrt nach Europa zu riskieren. Um jedoch die Voraussetzungen für ein würdiges Leben in der afrikanischen Heimat zu schaffen, fordert Malis frühere Kulturministerin Aminata Dramane Traoré bessere Arbeitsbedingungen, die Abschaffung von subventionierten Agrarexporten und ein Ende der Ausplünderung afrikanischer Ressourcen.
10.10.2006, Agence France Presse
Wenn Flüchtlinge auf hoher See bei deutschen Grenzschutzbeamten auf einem deutschen Schiff um Asyl bitten, verpflichtet das die Bundesrepublik nicht zur Aufnahme und zu einem Asylverfahren. Das teilte die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion im Bundestag mit. Das deutsche und europäische Asyl- und Flüchtlingsrecht wirke erst bei "territorialem Gebietskontakt".
10.10.2006, Der Spiegel
Bei schlechtem Wetter ist ein Flüchtlingsboot vor der südlichen griechischen Insel Kithira untergegangen. Etwa 40 Menschen werden noch vermisst, teilte das griechische Verteidigungsministerium mit. Einige der Flüchtlinge hätten sich auf die nahe gelegene Insel Antikithira retten können. Die Zahl der 40 Vermissten sei nach Berichten der Überlebenden geschätzt worden. Die Herkunft und Nationalität der Einwanderer sei noch unklar.
10.10.2006, Kanaren Nachrichten
Im Morgengrauen des heutigen Tages erreichten zwei Flüchtlingsboote die Inseln, das erste Boot kam in Arinaga (Gran Canaria) an. Die Polizei, welche kurz darauf in Arinaga (Gemeindegebiet Agüimes) eintraf konnte 20 Afrikaner in unmittelbarer Nähe des Anlandegebietes stellen. Die allesamt männlichen Insassen der Patera wurden zur Identifizierung in das Quartier der Guardia Civil nach Telde gebracht. Ebenfalls heute Morgen erreichte eine weitere Patera die Kanaren Insel Lanzarote.
10.10.2006, Deutschlandfunk
Vor der südgriechischen Küste ist ein Flüchtlingsboot gesunken. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Athen werden noch rund 40 Menschen vermisst. Einige Flüchtlinge hatten sich retten können. Das Boot war in der Nähe der Insel Kithira gesunken.
10.10.2006, taz
Den Migranten eine Stimme geben: das war das Ziel des bisher größten zivilgesellschaftlichen afrikanischen Migrationskongresses, der am Wochenende in Malis Hauptstadt Bamako zu Ende ging. Das "Forum der Migranten" bot eine Gelegenheit, die afrikanisch-europäische Migrationskrise aus Sicht der Betroffenen in Afrika darzustellen. Aufsehen erregten vor allem die Auftritte gescheiterter Migranten, die aus Spanien und Frankreich wieder deportiert worden sind.
10.10.2006, Die Welt
Die Innenminister der Länder bewegen sich bei dem seit langer Zeit umstrittenen Thema aufeinander zu. Knackpunkte bei den 100.000 geduldeten Ausländern bleiben aber der Zugang zum Arbeitsmarkt sowie der Bezug von Sozialleistungen.
10.10.2006, Neues Deutschland
Ein generelles Bleiberecht für langjährig in Deutschland geduldete Flüchtlinge ist offenbar nicht in Sicht. Die Innenminister mehrerer Bundesländer diskutierten am Montag in München lediglich darüber, es Familien zuzugestehen, deren Kinder hier bereits in die Schule gehen. Dabei handle es sich um eine »sehr überschaubare Zahl«, sagte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU).
09.10.2006, Passauer Neue Presse
Der Bundesinnenminister im PNP-Interview: "Wir müssen die Fluchtursachen in den Herkunftsländern bekämpfen. Aber bis wir Lösungen gefunden haben, dürfen wir nicht zusehen, wie die Menschen im Mittelmeer einfach ertrinken."
09.10.2006, Kanaren Nachrichten
Seitdem die Gewässer vor Westafrika verstärkt durch Patroulienboote überwacht werden, konnten die Behörden 50 vollbesetzte Cayucos kurz nach dem Ablegen abfangen und zur Rückkehr bewegen, insgesamt wurden so knapp 2.400 afrikanische Flüchtlinge daran gehindert, die gefährliche Seereise in Richtung Kanaren zu unternehmen.
09.10.2006, Die Welt
Der kleine Osman will zurück in seine Heimat, nach Deutschland, wo er geboren wurde - und nun nicht mehr leben darf. Wie viele abgeschobene Flüchtlingsfamilien vegetiert er in seiner vermeintlichen Heimat vor sich hin.
09.10.2006, Junge Welt
Anläßlich des transnationalen Migrationsaktionstages gingen am Samstag in Hamburg nach Angaben des Flüchtlingsrates der Stadt mehr als 600 Menschen aus Norddeutschland, darunter viele Flüchtlinge, auf die Straße. Sie forderten Bewegungsfreiheit für alle Migranten, protestierten gegen Lager und Abschiebungen, engagierten sich für Bleiberecht und gleiche Rechte für alle.
08.10.2006, Spanien Bilder
Seit Jahresbeginn haben rund 27.000 Flüchtlinge aus Afrika Spanien erreicht. Dabei wählten die meisten der Immigranten die gefährliche Route über den Atlantik auf die zu Spanien gehörenden Kanarischen Inseln. Nun hat Spanien die Bemühungen verstärkt, die illegalen Einwanderer wieder in ihre Heimat zurück zu führen. Innerhalb von zwei Wochen mussten bisher 2200 Immigranten wieder die Rückreise in ihre Heimatländer antreten, bis Ende Oktober soll die Zahl der Rückkehrer auf 5000 ansteigen.
07.10.2006, Neues Deutschland
Es ist immerhin ein Zeichen: Europaweit und auch in einigen afrikanischen Ländern wird heute gegen die rigide und menschenverachtende Flüchtlingspolitik der Europäischen Union demonstriert. Dass sich die verantwortlichen Politiker davon beeindruckt zeigen, ist indes nicht zu erwarten. Denn die Tendenz in der Flüchtlingspolitik ist seit Jahren die gleiche: Die Festung Europa wird ausgebaut während es bei der Bekämpfung der Fluchtursachen bei hehren Absichtserklärungen bleibt.
07.10.2006, Rundfunk Berlin-Brandenburg, rbb
Polnische Grenzschützer haben am deutsch-polnischen Autobahn-Grenzübergang Swiecko bei Frankfurt (Oder) zehn illegale Einwanderer aus China auf einem Lastwagen entdeckt. Keiner der acht Männer und zwei Frauen hatte Ausweispapiere, wie ein Sprecher des Grenzschutzamts in Gorzow Wielkopolski (Landsberg) am Samstag sagte.
07.10.2006, taz
Europas Überwachung der afrikanischen Atlantikküsten treibt Flüchtlingsboote zurück zu den alten Mittelmeerrouten. Erneut hat für zwanzig afrikanische Migranten der Traum von Europa mit dem Tod geendet. Wie am Donnerstagnachmittag bekannt wurde, rettete die Besatzung eines Handelsschiffes in der Nacht zuvor elf Flüchtlinge, die versucht hatten, von der Westsahara auf die Kanarischen Inseln überzusetzen. Ihr Schlauchboot war entzwei gegangen.
07.10.2006, Migrationsrecht.net
SPD und Grüne haben heute vergeblich einen Abschiebestopp für lange in Hessen lebende Flüchtlinge gefordert. Innenminister Volker Bouffier (CDU) sprach sich zwar im Landtag für eine Bleiberechtsregelung aus; doch so lange deren Inhalt nicht feststehe, wecke ein Abschiebestopp nur trügerische Erwartungen unter den in Deutschland lebenden Ausländern. Er verwies auf ein bevorstehendes Treffen der Innenminister zu diesem Thema.
07.10.2006, mdr
Spanien hat innerhalb von zwei Wochen mehr als 2.000 Afrikaner in ihre Heimatländer abgeschoben. Wie das Innenministerium mitteilte, stammten die meisten von ihnen aus dem Senegal. Bis Ende Oktober sollten mehrere tausend weitere Flüchtlinge von den Kanaren ausgeflogen werden.
07.10.2006, Junge Welt
Eine Revolte von rund 200 Insassen eines zentralen Aufnahmelagers der Ausländerbehörde Oldenburg ist in dieser Woche von der Polizei niedergeschlagen worden. Die Flüchtlinge hatte bessere Lebensbedingungen, vor allem gesünderes Essen, gefordert. In diesem Lager sei die Ernährung besonders vitaminarm, was zu Krankheiten bei den überwiegend afrikanischen Flüchtlingen führe.
06.10.2006, Kanaren Nachrichten
Wie offizielle Quellen nunmehr bestätigten, kam es am gestrigen Donnerstag (05.Oktober) zu einer neuerlichen Flüchtlingstragödie. Ein Schlauchboot (Zodiac) mit mindestens 31 afrikanischen Immigranten an Bord sank ca. 120 Seemeilen vor der Küste der Kanaren Insel Gran Canaria und riß 20 Afrikaner in den Tod. Elf weitere Flüchtlinge konnten von dem Containerschiff 'Safmarine Nimba', welches sich in der Nähe der Unglückskoordinaten befand, gerettet werden.
05.10.2006, Die Zeit
Passkontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und anderen neuen EU-Staaten könnten ab Ende 2008 der Vergangenheit angehören. Außerdem wollen sich die EU-Staaten in Asyl- und Einwanderungsfragen künftig besser abstimmen.
05.10.2006, Basler Zeitung
Santa Cruz de Tenerife. AP/baz. Etwa 20 afrikanische Flüchtlinge sind nach Angaben Überlebender vor den Kanarischen Inseln ertrunken. Ihr Boot sei auf hoher See gekentert, sagten Überlebende am Donnerstag der spanischen Polizei. Vor dem Unfall 190 Kilometer südlich der Kanaren hätten sich insgesamt 31 Insassen an Bord befunden.
05.10.2006, Märkische Oderzeitung
Luxemburg (dpa) Angesichts der Flüchtlingskrise an Europas Südküsten haben die 25 EU-Staaten die Schaffung eines Materialpools für gemeinsame Einsätze an den Seegrenzen beschlossen. Technische Ausrüstung für Operationen unter Leitung der EU-Grenzschutzagentur Frontex soll bis zum Sommer 2007 in einem zentralen Register aufgelistet werden, entschieden die EU-Innenminister am Donnerstag in Luxemburg.
05.10.2006, Spanien Anzeiger
11 Überlebende waren es diesmal, die es nach fünf Tagen auf See geschafft haben. 20 weitere, die an Bord waren, starben in den Fluten als das Boot durchbrach. Zu den Überlebenden zählen 4 Minderjährige und 7 Erwachsene. Der Notruf ging von einem Frachter aus, der sich auf dem Weg von Algeciras nach Lome (Togo) befand und erreichte die spanischen Rettungskräfte am Mittwoch. Das untergehende Boot voller afrikanischer Flüchtlinge war in der Mitte durchgebrochen und trieb 100 Meilen südlich vom Maspalomas-Strand (Gran Canaria) umher.
05.10.2006, SF Tagesschau
Parlament mahnt Wahrung der Menschenrechte an.
Der Europarat hat wegen der nach Südeuropa strebenden Bootsflüchtlinge die Europäer an ihre Pflicht zum Schutz der Menschenrechte erinnert. Die «massenweise Ausweisung» müsse verboten werden. Dieser Aufruf der parlamentarischen Versammlung des Europarats ging an die 46 Mitgliedsländer der Organisation. Die Inhaftierung von Flüchtlingen sollte «nur als letzte Möglichkeit und nur für eine kurze Zeit» erlaubt werden, hiess es weiter.
05.10.2006, Reuters
Madrid (Reuters) - Zwanzig afrikanische Flüchtlinge sind laut Berichten von Überlebenden vor der Küste der spanischen Insel Gran Canaria ertrunken.
Das Schlauchboot der Afrikaner sei beim Versuch gesunken, über den Atlantik zu den Kanarischen Inseln zu gelangen, berichteten spanische Medien am Donnerstag.
05.10.2006, Freitag, Die Ost-West-Wochenzeitung
An Günther Wallraffs Buch "Ganz unten" fühlte sich der Kommentator der linken Tageszeitung Il Manifesto erinnert. Allerdings spielt sich das, was der Journalist Fabrizio Gatti auf den Tomatenfeldern der süditalienischen Region Apulien erlebte, eher noch weiter unten ab: bei den Wanderarbeitern aus Afrika und Osteuropa, die als Clandestini (illegalisierte Einwanderer) der Willkür von Unternehmern und Aufsehern ausgeliefert sind.
05.10.2006, Merkur Online
Straßburg (dpa) - Die Abgeordneten aus den 46 Mitgliedsländern des Europarates beraten heute über das Drama der Bootsflüchtlinge an den Küsten Südeuropas. Im Mittelpunkt steht dabei der Schutz der Menschenrechte.
05.10.2006, taz
Der Krieg im sudanesischen Darfur wird intensiver und bedroht jetzt die Stabilität der gesamten Region. Die Welt ist ratlos. Von einem "Konflikt neuer Qualität" spricht der Kommissionschef der Afrikanischen Union, Alpha Oumar Konaré; sein EU-Amtskollege José Maria Barroso warnt vor einem "Ruanda-Syndrom, in dem die internationale Gemeinschaft ihre Verantwortung nicht wahrnimmt".
04.10.2006, Österreichischer Rundfunk, ORF
Libyen erwägt nach maltesischen Angaben eine Beteiligung an internationalen Seepatrouillen, mit denen die EU den wachsenden Zustrom afrikanischer Flüchtlinge nach Europa eindämmen will. Er wisse von EU-Justizkommissar Franco Frattini, dass Libyen ernsthaft über diese Möglichkeit nachdenke, sagte der maltesische Innenminister Tonio Borg nach einem heute veröffentlichten Bericht der "Malta Times".
04.10.2006, Megawelle Canarias
Der kanarische Präsident Adán Martín appellierte gestern in Brüssel an die europäische Staatengemeinschaft, damit sie die über 1000 afrikanischen Kinder die sich mittlerweile auf den Kanarischen Inseln befinden aufnehmen. Laut dem Präsidenten sei es für die Kanaren unmöglich dieses hohe Zahl von Kindern zu integrieren - dem Gesetz nach dürfen minderjährige Immigranten nicht abgeschoben werden.
04.10.2006, Kanaren Nachrichten
Gegen 05:00 Uhr am Morgen des heutigen Mittwochs erreichte ein weiteres Flüchtlingsboot die Kanarischen Inseln. Das Cayuco, mit 52 Personen an Bord, wurde bereits in der gestrigen Nacht, gegen 23:00 Uhr, ca. 28 Seemeilen vor der Küste Teneriffas ausgemacht und erreichte um 05:00 Uhr am Morgen, am Haken eines Patroulienbootes der Guardia Civil, den Hafen von Los Cristianos.
03.10.2006, tagesschau.de
Die Tomaten aus dem italienischen Foggia gehören zu den besten der Welt. Doch ihre Ernte läuft unter unmenschlichsten Bedingungen ab. Illegale Erntehelfer werden wie Sklaven gehalten. Inzwischen haben sich Hilfsorganisationen eingeschaltet, die sonst in Katastrophengebieten Afrikas oder Asiens arbeiten.
03.10.2006, Megawelle Canarias
Trotz der Frontex Mission vor der afrikanischen Küste sind im September so viele Immigranten aus Afrika angekommen wie noch nie. Seit Anfang des Jahres sind es mittlerweile mehr als 27.000 - alleine im letzten Monat kamen mehr als 7.500 afrikanische Flüchtlinge auf dem Archipel an. Adán Martín, nennt das Immigrationsproblem eine "humanitäre Katastrophe".
03.10.2006, no-racism.net
Am 29. September 2005 entdeckte die internationale Gemeinschaft die Situation der MigrantInnen im Transit in Marokko, nachdem mindestens fünf Personen erschossen wurden, während eines Versuchs einer "massenhaften" Überwindung der Zäune von Ceuta. Sechs Tage später fanden sechs weitere Personen den Tod unter identischen Umständen in Melilla.
03.10.2006, Mallorca Anzeiger
Mit lauten Getöse kreisen die Flugzeuge des Seenotrettungsdienstens über der Küste Gran Canarias. Ein großes, kaum noch seetüchtiges Holzboot ist einige Meilen vor der spanischen Insel gesichtet worden. Das in Seenot geratene Schiff soll bereits seit mehr als einer Woche aus Afrika unterwegs nach Spanien sein. Urlauber, die gerade noch ihre Körper der strahlenden Sonne ausgesetzt haben, werden zu Sanitätern für die Fracht: 28 Flüchtlinge aus dem Senegal.
02.10.2006, Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen
GENF, 2. Oktober 2006 (UNHCR) – UN-Flüchtlingskommissar Antonio Guterres hat die internationale Staatengemeinschaft aufgefordert, das Recht auf Asyl zu bewahren. Gleichzeitig müssten bessere Wege im Umgang mit der irregulären Migration, dem Wiederaufbau nach Konflikten und dem Schicksal von Millionen von Binnenvertriebenen gefunden werden.
02.10.2006, stimme.de
Melilla (dpa) - Auf die spanische Nordafrika-Exklave Melilla hat es erneut einen Flüchtlingsansturm gegeben. Das teilten die spanischen Behörden mit. Demnach versuchten etwa 40 Afrikaner, von Marokko aus spanisches Gebiet zu erreichen. Es sei jedoch keinem von ihnen gelungen, den dreifachen Grenzzaun zu überwinden. Fünf Flüchtlinge verletzten sich bei der Kletteraktion. Im Herbst 2005 hatten Tausende von Afrikanern versucht, in die spanischen Exklaven Melilla und Ceuta zu gelangen.
02.10.2006, mdr
Vor der italienischen Insel Lampedusa sind innerhalb weniger Stunden rund 450 Flüchtlinge entdeckt worden. Nach Angaben der Küstenwache befanden sich über 200 Menschen auf einem 15 Meter langen Holzboot. Es wurde inzwischen an Land geschleppt. Auf einem anderen Boot wurden unter anderem zwei Frauen in kritischem Zustand entdeckt.
02.10.2006, Megawelle Canarias
Auf den Kanarischen Inseln sind am Wochenende weitere 163 illegale Einwanderer angekommen. Auf den Inseln El Hierro, Fuerteventura und Teneriffa erreichten mehrere "pateras" die Häfen. Unter den 163 Afrikanern befanden sich insgesamt acht Kinder.
02.10.2006, taz
WASHINGTON dpa Mit der Zustimmung des US-Senats hat das Gesetz zum Bau neuer Grenzzäune an der Grenze zu Mexiko die letzte parlamentarische Hürde genommen. Für die Vorlage votierten am Freitagabend (Ortszeit) in Washington 80 Senatoren, 19 stimmten dagegen. Nun muss formell noch US-Präsident Bush das Gesetz unterzeichnen - dann wird mit dem Bau begonnen.
01.10.2006, Oberösterreichische Nachrichten
Madrid (APA,dpa) - Illegale Zuwanderer aus Nordafrika sind erstmals mit einem Boot bis auf die spanische Inselgruppe der Balearen gelangt. Die spanische Küstenwache entdeckte das - vermutlich aus Algerien stammende - Schiff an der Küste der Ferieninsel Menorca. Nach Presseberichten vom Sonntag war zunächst unbekannt, wie viele Flüchtlinge mit dem Boot auf die Mittelmeerinsel gelangt waren.
01.10.2006, Spiegel Online
Millionen Afrikaner sind auf der Flucht nach Norden - doch nur jeder vierte von ihnen wird vom Uno-Flüchtlingswerk überhaupt anerkannt. Wer von Aids, Tsunamis, Erdbeben und Hungersnöten in die Fremde getrieben wird, gilt nicht als Flüchtling. Europa igelt sich ein. Das muss sich ändern. Von Klaus Brinkbäumer