Die täglichen Dramen

Artikel aus 04.2008

30.04.2008, Kurier, Wien

Österreich: Firmen wollen Asylwerber beschäftigen

Viele Österreicher haben die Möglichkeit im Ausland zu arbeiten. Sie haben das Glück, willkommen zu sein. Die minderjährigen alleinstehenden Flüchtlinge in Österreich sollten dieses Glück auch haben", sagt Peter Pichler, Vorstand der niederösterreichischen Berndorf AG. Der Industriekonzern würde jederzeit junge Flüchtlinge beschäftigen, wenn es gesetzlich möglich wäre.

29.04.2008, Radio MegaWelle

Gran Canaria - Illegale Immigranten festgenommen

Auf Gran Canaria hat die Polizei drei Personen festgenommen. Sie gehören zu einer Gruppe von Immigranten die gestern bei Maspalomas angekommen sind. Fußspuren im Sand deuteten auf insgesamt zwölf illegale Immigranten hin. Die Polizei auf Gran Canaria fahndet weiter nach den neun sich auf der Flucht befindenden Immigranten.

29.04.2008, Der Standard, Wien

"Frontex führt fast ein Eigenleben"

Gefährliche Schiffspassagen, teure Überfahrten, zurückgelassene Verwandte und Freunde - jedes Jahr suchen tausende Menschen in Europa eine bessere Zukunft. Die Regierungen der EU-Staaten reagieren auf die Migration aus armen oder konfliktbeladenen Regionen mit immer restriktiveren Maßnahmen. Mauern und Zäune, strenge Einreise- und Asylgesetze sollen die Auswanderer von der Einreise abhalten.

29.04.2008, dpa

Sieben illegale Einwanderer festgenommen

Die Bundespolizei hat am Dienstag mehrere illegale Einwanderer festgenommen. In einem Zug von Warschau nach Berlin stießen die Beamten auf sechs Männer im Alter von 24 bis 35 Jahren ohne Visum, wie die Direktion Berlin mitteilte. Die fünf Russen und ein Afghane wollten nach Hamburg reisen. Unterwegs nach Dortmund war unterdessen eine 26-jährige Weißrussin, die in einem Bus auf der Autobahn A 12 Frankfurt (Oder)-Berlin festgenommen wurde. Gegen alle sieben ergingen Haftbefehle.

29.04.2008, Der Standard, Wien

Frontex - Die Grenzen sind überall

Grenzen mit starren Posten und klaren Grenzlinien gehören innerhalb der EU der Vergangenheit an. Die Union setzt seit einigen Jahren vermehrt auf mobile Kontrollen: In Deutschland zum Beispiel bis zu 30 Kilometer vor der Grenze, in Österreich sind sie ohne Einschränkung im ganzen Staatsgebiet möglich.

29.04.2008, Times of Malta

Frontex-Einsatz verzögert sich

Deutschland und Frankreich sind mit den Bedingungen nicht einverstanden Alles war vorbereitet, Nautilus III hätte am 22.4. starten können, aber es konnte noch keine Übereinkunft der beteiligten Mitgliedstaaten getroffen werden. Es ist zwar noch unklar, was in allerletzter Minute zum Stoppen der Mission geführt hat, aber Malta, eines der Hauptakteure der Opration Nautilus, will klare Regeln aufstellen, wer letztendlich für die illegalen MigrantInnen verantwortlich ist. Frankreich und Deutschland sind darauf bisher nicht eingegangen. (Artikel in englischer Sprache)

29.04.2008, La Verdad de Murcia

10 Flüchtlinge ertrinken vor Marokko

Mindestens 10 Migranten ertranken in den Gewässern von Alhucemas bei einem Schiffbruch von drei Booten, die versuchten, die spanische Küste zu erreichen. 183 weitere Flüchtlinge wurden von der marokkanischen Marine gerettet. 69 der Flüchtlinge sind Marokkaner, die anderen kommen aus Subsaharastaaten. In den letzten 12 Monaten rettete die Marine nach eigenen Angaben 3141 Afrikaner aus 54 Booten. (Artikel in spanischer Sprache)

28.04.2008, Das Parlament

Frontex: Grenze im Blick

Die Situation an den Außengrenzen der EU ist weiterhin gespannt. Viele Länder befürchten eine neue Flüchtlingswelle. Sie fordern, die Lasten unter den Mitglied- staaten gerechter zu verteilen sowie einen stärkeren Einsatz der EU-Agentur. Malta, das eine neue Flüchtlingswelle befürchtet, verlangte ein Ende "der Heuchelei, dass wir einerseits die Toten betrauern und andererseits die Mitgliedstaaten mit ihrem Problem allein lassen."

28.04.2008, Radio MegaWelle

Gran Canaria - Flüchtlinge aus Marokko angekommen

Mit einer sogenannten Patera sind gestern auf Gran Canaria 23 Marrokaner angekommen. Das Holzboot hat gegen 22.30 Uhr gestern Abend den Hafen von Arguíneguin erreicht. Die Patera ist bereits gestern Nachmittag rund 50 Meilen östlich von Gran Canaria lokalisiert worden. Trotz der heißen Temperaturen und Calima waren alle in einem erstaunlich gutem gesundheitlichen Zustand.

28.04.2008, Migreurop

45 in Melilla inhaftierten Asiaten droht Abschiebung

Die spanische Kinderrechtsorganisation Prodein beklagt die Inhaftierung von weiteren asiatischen Immigranten im Abschiebezentrum Melilla. Damit erhöht sich nach Informationen des Präsidenten von Prodein, José Palazón, die Zahl der im Laufe der letzten Woche Festgenommenen auf 45. Laut José Palazón drangen die Polizeikräfte im Morgengrauen in das Abschiebezentrum ein, um die dort aufgenommenen Immigranten zu identifizieren, wobei diejenigen mit „orientalischen Gesichtzügen“ und jene, die sich schon auf den Abschiebungslisten befanden, für eine Haftprüfung ausgewählt wurden. Artikel in spanischer Sprache

27.04.2008, Der Tagesspiegel

Alles 5 Sekunden stirbt ein Kind

Die Subventionen der EU fabrizieren den Hunger in Afrika, der Zynismus der Kommissare in Brüssel ist bodenlos. Eine solche Weltordnung muss radika bekämpft werden, meint Jean Ziegler. Es war eine stockfinstere, mondlose Nacht. Der Wind fegte mit mehr als hundert Stundenkilometern über das Meer. Er peitschte zehn Meter hohe Wellen hoch, die mit einem schrecklichen Tosen auf das leichte Boot herabstürzten. Es war vor zehn Tagen von einer kleinen Bucht an der mauretanischen Küste aufgebrochen, an Bord 101 afrikanische Flüchtlinge. Wie durch ein Wunder warf der Sturm das Boot gegen ein Riff am Strand von El Médano, einer kleinen Insel im Archipel der Kanarischen Inseln. Im Boot fand die spanische Guardia Civil unter den verstörten Überlebenden die Leichen von einer Frau und drei Jugendlichen, die an Hunger und Durst gestorben waren.

26.04.2008, NZZ

Neue Flüchtlingswelle nach Lampedusa

Ein illegaler Einwanderer ist am Freitag bei einer neuen Flüchtlingswelle nach Süditalien vor der Insel Lampedusa ums Leben gekommen. Als die Küstenwache bei stürmischer See rund 230 Flüchtlinge aus ihrem 15 Meter langen Boot aufnehmen und in Sicherheit bringen wollte, stürzten drei Menschen ins Wasser. Einer von ihnen starb kurz nach seiner Bergung, wie die italienischen Behörden mitteilten. Die Todesursache des Mannes war zunächst unklar.

26.04.2008, Migreurop/bbc

Türkische Polizei treibt Flüchtlinge in Fluss

Die UNHCR hat die türkische Polizei angeklagt, für den Tod von vier Männern verantwortlich zu sein, die von ihr in den Fluss zwischen der türkisch-irakischen Grenze getrieben wurden. Die starke Strömung riss die Männer mit sich, berichtete UNHCR mit Verweis auf Zeugen. Der Vorfall ereignete sich schon am letzten Mittwoch an einem unkontrollierten Grenzabschnitt in der Provinz Sirnak. Mindestens einer der Männer war iranischer Staatsangehöriger. Circa 18 Iranern und Syriern war die Einreise in den Irak verweigert worden. Die türkischen Behörden schweigen zu dem Vorfall. (Artikel in englischer Sprache)

25.04.2008, Migreurop

Aus Abschiebehaft entflohener Mann verurteilt

Ein Mann irakischer Nationalität wurde gestern zu sechs Monaten Haft verurteilt, weil er aus einem Abschiebelager entflohen war. Der 19-jährige, dessen Name nicht erwähnt werden kann, da er zum Tatzeitpunkt minderjährig war, gab an, am 10. Mai 2006 mit einem ägyptischen Ausweis entflohen zu sein. Den Ausweis konnte er aufgrund seiner Ähnlichkeit mit dem Ägypter benutzen. Artikel in englischer Sprache

25.04.2008, csmonitor

Griechische Asylpolitik gerät immer mehr in Kritik

Die UNHCR hat letzte Woche starke Kritik an der griechischen Regierung für ihren Umgang mit Asylsuchenden, von denen die meisten aus Afghanistan und dem Irak kommen, geübt. Patras: ein heruntergekommenes Camp im Außenbezirk der Hafenstadt steht als Symbol für das nicht funktionierende griechische Asylsystem. Hunderte von jungen Männern und Kindern aus Afghanistan, viele von ihnen sind vor Gewalt geflohen, sitzen vor offenen Feuerstellen und hoffen auf eine Passage in ein anderes europäisches Land. (Artikel in englischer Sprache)

24.04.2008, Migreurop

Kritik an Maltas Flüchtlingspolitik

Die europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz hat Malta für seine rigorose Politik gegenüber Immigranten kritisiert. Die maltesischen Behörden hätten eine Politik der systematischen Inhaftierung aller Flüchtlingen angeregt, die nicht nur nicht Rechte der Immigranten verletze, sondern auch die Wahrnehmung dieser Menschen als Kriminelle verstärke und Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in der Bevölkerung fördere. (Artikel in englischer Sprache)

24.04.2008, Der Westen

Wie die EU Flüchtlingsströme kontrollieren will

Wohin mit Flüchtlingen aus dem Irak? Wie viele Einwanderer kann und will die EU aufnehmen? Kommt eine neue Flüchtlingswelle am Mittelmeer? Die EU will ihre Asyl- und Einwanderungspolitik neu ordnen, um sich besser vor illegaler Einwanderung zu schützen und die Lasten gerechter auf die Mitgliedstaaten zu verteilen.

24.04.2008, Migreurop

Frontex verlängert Operationen im Mittelmeer

Die Operationen gegen illegale Immigration im Mittelmeer der europäischen Agentur Frontex werden 2008 länger dauern als 2007. Das kündigte der neue EU-Kommissar für Justiz und innere Sicherheit, Jacques Barrot, an. Mit 70 Mio Euro hat sich der Etat von Frontex gegenüber 2007 fast verdoppelt. (Artikel in spanischer Sprache)

24.04.2008, www.fr-online.de

Die Kinder mit den Koffern

Unter den Flüchtlingen aus Afrika, die mit ihren zerbrechlichen Booten auf der italienischen Insel Lampedusa landen, sind immer mehr unbegleitete Kinder. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) müssen sich die lokalen Behörden bereits um mehr als 7000 minderjährige Einwanderer kümmern, darunter sind auch Säuglinge ohne ihre Eltern.

23.04.2008, Reuters

Ägypten verhaftet 105 Eritreer

Ägypten laut Sicherheitsquellen und Menschenrechtsgruppen hat 105 Eritreer verhaftet, die vom nördlichen Sudan aus über die Grenze gekommen waren. Die Gruppe ist Teil einer Flüchtlingsbewegung von afrikanischen Immigranten, die durch Ägypten kommen. Viele von ihnen versuchen, nach Israel zu gelangen. Seit Februar wurden mehr als 300 Eritreer in der Provinz festgenommen. (Artikel in englischer Sprache)

23.04.2008, derwesten.de

EU will Flüchtlingsströme besser kontrollieren

Wohin mit Flüchtlingen aus dem Irak? Wie viele Einwanderer kann und will die EU aufnehmen? Kommt eine neue Flüchtlingswelle am Mittelmeer? Die EU will ihre Asyl- und Einwanderungspolitik neu ordnen, um sich besser vor illegaler Einwanderung zu schützen und die Lasten gerechter auf die Mitgliedstaaten zu verteilen. Gestern forderten EU-Abgeordnete in Straßburg eine bessere Zusammenarbeit der EU-Staaten.

23.04.2008, Wochenblatt, Teneriffa

Spanien: EU räumt Tod von 10.000 Immigranten ein

Die Europäische Union hat den Tod von 10.000 Immigranten eingeräumt, die in den letzten fünf Jahren beim Versuch, die Meerenge von Gibraltar zu überqueren oder auf die Kanarischen Inseln in EU-Gebiet zu gelangen, gescheitert seien. Experten gingen davon aus, dass jedes dritte Flüchtlingsboot, das die gefährliche Überfahrt gewagt habe, unterwegs gekentert sei.

23.04.2008, Tagesspiegel, Berlin

Athen fordert neue EU-Asylregelung

Griechenland wehrt sich gegen Kritik am Umgang mit Flüchtlingen. Innenminister Prokopis Pavlopoulos wies Vorwürfe als "unfair und unbegründet" zurück. Er forderte eine Überarbeitung des Dublin-Abkommens, um die Lasten des Flüchtlingszustroms gleichmäßiger auf alle EU-Staaten zu verteilen. Auch internationale Hilfsorganisationen bemängeln die Dublin-Regelung, die Staaten mit EU-Außengrenzen die Hauptlast des Flüchtlingsproblems aufbürdet.

22.04.2008, Corriere della Sera online

Etwa hundert Immigranten riskieren Schiffbruch

Etwa hundert Immigranten in zwei Booten riskieren aufgrund des schlechten Wetters, vor der libyschen Küste zu kentern. Wie die Küstenwache von Palermo mitteilt, befinden sich libysche Einheiten vor Ort. Besonders ein Boot mit 45 Personen an Bord, darunter sechs Frauen, ist aufgrund des hohen Seegangs in Schwierigkeiten. Es befindet sich 40 Meilen von Libyen und über 100 Meilen von Lampedusa entfernt. Das zweite Boot mit 53 Personen an Bord, das vor zwei Tagen in Al Zwara gestartet war, befindet sich in der Nähe von Becken, die für die Thunfischzucht verwendet werden. (Artikel in italienischer Sprache)

22.04.2008, Schleswiger Nachrichten

Schleuser flüchteten vor Polizeiwagen

Es war eine wilde und gefährliche Verfolgungsfahrt am 25. Oktober 2007 auf der Autobahn A7 bei Flensburg. Der Fahrer des Kleintransporters gab Gas, hatte er doch brisante "Fracht" geladen: 23 Menschen aus dem Irak, die illegal eingeschleust worden waren.

22.04.2008, Neues Deutschland

Traumziel Europa in weiter Ferne

Tausende Migranten scheitern Jahr für Jahr beim Versuch, in die gelobte Europäische Union zu gelangen. Die marokkanische Menschenrechtsorganisation ABCDS hilft den Gestrandeten mit Essen, Kleidung und Medikamenten und setzt sich für ihre Rechte ein.

21.04.2008, Radio MegaWelle

Fuerteventura - Flüchtlinge auf Handelsschiff

Auf Fuerteventura ist im Hafen von El Rosario ein Handelsschiff eingelaufen, an Bord waren zehn Immigranten von der Elfenbeinküste, einer von ihnen tot. Die blinden Passagiere sind von der Küstenwache entdeckt worden, nachdem das Schiff wenige Seemeilen vor Fuerteventura durchsucht wurde. Ein Immigrant war bereits seit mehreren Stunden tot. Vier weitere Afrikaner werden zur Stunde im Krankenhaus behandelt, ihr Zustand ist kritisch.

21.04.2008, Focus

20 Leichen vor den Bahamas gefunden

Die amerikanische Küstenwache hat vor der Küste der Bahamas die Leichen von 20 Flüchtlingen geborgen. Fischer hatten am Sonntag Hilfeschreie im Wasser gehört und die Behörden alarmiert. Ein Sprecher der Küstenwache erklärte am Montag, man habe drei Überlebende gefunden. 19 der 20 Toten stammten aus Haiti, einer aus Honduras. Die Suche nach weiteren Opfern dauert an.

21.04.2008, Tagesanzeiger, Zürich

Zwei Drittel der Flüchtlinge ohne Arbeit

20 Prozent der Flüchtlinge sind gemäss der Studie bei der Eröffnung des positiven Asylentscheids erwerbstätig. Dieser Prozentsatz sinkt im Zeitverlauf, erreicht jedoch fünf Jahre nach der Einreise in die Schweiz einen Wert von über 30 Prozent. Im Gleichschritt bewegt sich die finanzielle Abhängigkeit von der Sozialhilfe.

19.04.2008, angolapress

Marokko: 21 Flüchtlinge verhaftet

21 Flüchtlinge aus dem Subsahararaum, die auf dem Weg zu den kanarischen Inseln waren, wurden am 17.4.08 in Laâyoune, der Hautpstadt von Westsahara, verhaftet. Die meisten illegal aufgegriffenen Flüchtlinge werden in ihre Heimatstaaten zurückgeschoben. Nachdem die Kontrollen vor allem um die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla verstärkt worden sind, haben sich die Routen immer weiter verlagert. (Artikel in französischer Sprache)

19.04.2008, http://www.jungewelt.de

Gendarmen Europas

Migrationsabwehr in Westafrika: Marokko und Senegal werden in die Abschottungsmaschinerie der EU eingebunden. Die Fluchtursachen bleiben davon unberührt

19.04.2008, Neue Zürcher Zeitung

Die EU tut sich schwer mit der Asylpolitik

Die Asyl- und Migrationspolitik der EU erzeugt in regelmässigen Abständen bittere Auseinandersetzungen. Zurzeit steht Griechenland in der Schusslinie, weil irakische Asylbewerber dort praktisch keine Chance auf Asyl haben sollen. Es geht aber nicht um den Einzelfall, sondern um ein Symptom für die Krise des gesamten Systems.

19.04.2008, Der Standard, Wien

Österreich schiebt weiter ab

Belgien, Schweden und Norwegen haben die Rücksendung von Flüchtlingen nach Griechenland gestoppt - Österreichs Innenminister sieht hingegen dafür vorerst noch keinen Grund: Trotz Kritik des UNO-Flüchtlingshochkommissariats und anderer Organisationen hält Günter Platter an Abschiebungen in das südosteuropäische Land fest.

18.04.2008, Migreurop

Mehr als 26 Millionen Menschen auf der Flucht

Auf der Welt gibt es mehr als 26 Millionen Flüchtlinge, die aufgrund von Konflikten, Naturkatastrophen etc. ihre Heimatländern verlassen mußten, wie am Donnerstag bekannt wurde. Das ist die höchste Zahl an Flüchtlingen seit 1993. In folgenden Ländern gibt es laut dem Flüchtlingsrat Norwegens Binnenflüchtlinge: Sudan (5,8 Mio), Kolumbien (ca. 4 Mio), Irak (2,5 Mio). (Bericht in englischer Sprache)

17.04.2008, Neue Zürcher Zeitung

Schweiz will Asylrecht "anpassen"

Die neue Chefin des Justiz- und Polizeidepartements, Eveline Widmer-Schlumpf, kündigt eine Revision des Asylgesetzes an: "Tatsächlich kann man jemanden, der nicht nur mit einer üblichen Strafe, sondern mit sehr schweren Nachteilen oder gar dem Tod zu rechnen hat, nicht zurückschicken. Aber Dienstverweigerung allein begründet nicht generell die Flüchtlingseigenschaft; es kommt auf den Einzelfall an. Dieser Grundsatz soll nun ins Gesetz aufgenommen werden, weil die Frage immer wieder zu Diskussionen Anlass gibt."

16.04.2008, FR online

Abschiebung nach Griechenland stoppen

Brüssel/Genf (dpa) - Das UN-Flüchtlingshilfswerk fordert die EU- Staaten zum Stopp jeglicher Abschiebungen von Asylbewerbern nach Griechenland auf. Trotz einiger Verbesserungen in der griechischen Asylpraxis träfen viele Flüchtlinge dort weiterhin auf große Probleme bei der Suche nach Schutz vor Verfolgung, erklärte der UNHCR am Mittwoch. Die Einrichtung der Vereinten Nationen schloss sich mit ihrem Aufruf an die EU-Staaten, keine Asylbewerber mehr nach Griechenland zu schicken, der Position von Amnesty International und einer Reihe europäischer Flüchtlingsorganisationen an.

16.04.2008, Basler Zeitung

Schlepper mit elf Irakern im Auto in Chiasso verhaftet

Die italienischen Zöllner haben am Grenzübergang in Chiasso einen deutschen Schlepper verhaftet. Der 22-Jährige hatte in seinem Auto elf Iraker transportiert. Er muss sich nun wegen Begünstigung der illegalen Einwanderung verantworten. Dieser Strafbestand gilt in Italien sowohl für die Ein- als auch für die Ausreise von Personen ohne gültige Papiere. Gestoppt wurde das Fahrzeug mit den zwölf Personen an Bord am vergangenen Sonntag. Laut Medienberichten hat der 22-Jährige für seine Schlepperdienste 350 Euro plus Spesen erhalten.

16.04.2008, Die Presse, Wien

Illegale Einwanderer: Griechen wollen sich wehren

Die Griechen wollen nicht von der Einwanderungswelle in die EU überrollt werden. Rund 3000 illegale Einwanderer zählt man dort pro Tag. Das sei ein „großes Problem“, heißt es unter Diplomaten. Das Land werde mit diesem Ansturm alleine nicht mehr fertig, vor allem für den Sommer befürchte man einen neuen Rekord an Flüchtlingen aus Nordafrika. Beim EU-Innenministerrat am Freitag in Luxemburg will das Land die EU daher in die Pflicht nehmen, wie die „Presse“ erfuhr: Athen werde die schwierige Lage in Griechenland darstellen und auf die Solidarität der 26 anderen EU-Staaten pochen.

16.04.2008, netzeitung

Amnesty kritisiert Schäubles Asylangebot für Iraker

Innenminister Schäuble will verfolgten Christen aus dem Irak in Deutschland Zuflucht gewähren. Amnesty International ist empört - die Organisation fordert nicht konfessionsgebundene Asylangebote und ist mit ihrem Protest nicht alleine. Amnesty hat Deutschland aufgefordert, außer verfolgten Christen auch andere Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen. «Ich hoffe, dass die deutsche Regierung auch anderen Gruppen helfen will», sagte AI-Generalsekretärin Irene Khan am Mittwoch in Brüssel.

15.04.2008, Reuters Deutschland

Berlusconi: "hart gegen illegale Einwanderung"

Wahlsieger Silvio Berlusconi hat ein hartes Vorgehen gegen die illegale Einwanderung angekündigt. Einer seiner ersten Schritte werde die Schließung der Grenzen und Einrichtung zusätzlicher Lager für Ausländer sein, "die keine Arbeit haben und deshalb zu einem Leben in Kriminalität gezwungen sind", sagte der 71-jährige. In diesem Zusammenhang sprach Berlusconi von einer "Armee des Bösen".

15.04.2008, indymedia

Spanien: Hungerstreik weitet sich aus

Der Hungerstreik der ImmigrantInnen im Internierungszentrum (CIE) Aluche (Madrid) wird nun auch von sämtlichen dort inhaftierten Frauen mitgetragen. Sie haben sich dem Hungerstreik der Immigranten des Männertrakts angeschlossen. Insgesamt befinden sich damit derzeit etwa 40 Personen im Hungerstreik.

14.04.2008, Kanaren Nachrichten

33 Bootsflüchtlinge vor Teneriffa abgefangen

Auf der zu Spanien gehörenden Kanaren Insel Teneriffa ist erneut ein Flüchtlingsboot angekommen. Das mauretanische Fischerboot wurde in der Nacht zum Sonntag nur etwa 200 Meter vor dem Hafen von Santa Cruz von einem Patroullienboot der Seerettung entdeckt. Nach Aussagen von Policia Nacional und einem Sprecher des spanischen Roten Kreuzes befanden sich unter den insgesamt 33 Afrikanern mindestens 8 Jugendliche unter 18 Jahren.

14.04.2008, Die Presse, Wien

55 Flüchtlinge zwischen Backwaren entdeckt

In einem Lastwagen mit Backwaren hat die bulgarische Grenzpolizei 55 Afghanen und Iraker entdeckt, die illegal nach Österreich einreisen wollten. Der Laster war am Freitag am Grenzübergang nach Rumänien in der Donaustadt Widin kontrolliert worden, wie das bulgarische Innenministerium am Montag in Sofia mitteilte. Dem Grenzschutz sei das gefälschte Kennzeichen des Anhängers aufgefallen.

14.04.2008, Frankfurter Rundschau

Abschiebungen : "Fit to fly" für 470 Euro

Seinen Namen will der Bonner Arzt nicht in der Zeitung lesen. Doch über den Mediziner wird in Fachkreisen heftig diskutiert. Der Grund: Der Arzt bietet Ausländerbehörden und Polizei bundesweit einen speziellen Service an. Er mache "Untersuchungen auch sehr dringlichen Charakters", wirbt er im Internet. Es geht um Bescheinigungen zur Transport- und Reisefähigkeit von Flüchtlingen, die abgeschoben werden sollen. Oft sind die Flüchtlinge krank, doch wenn Asylbewerber abgelehnt sind, geht es oft nur noch darum, ob ein Arzt sie als "transportfähig" für die Abschiebung ansieht.

14.04.2008, FOCUS

Flüchtlinge vor Jemens Küste ertrunken

Mindestens 18 afrikanische Flüchtlinge sind vor der Küste des Jemens ertrunken, nachdem sie von Menschenschmugglern im Golf von Aden ausgesetzt worden waren. Nach Angaben der Behörden gelang es weiteren 102 Menschen aus Somalia und Äthiopien, bis zur Küste von Ahwar im Süden des Landes zu schwimmen. Sie seien dort von Fischern gerettet worden. Bei der Überfahrt von Afrika auf die arabische Halbinsel sterben jedes Jahr Hunderte von Illegalen.

13.04.2008, Zenith

Mankell: "Lampedusa ist das Zentrum Europas"

Interview mit dem schwedischen Krimi-Autor Henning Mankell: "Wenn Sie mich fragen, wo für mich das Zentrum Europas liegt, so ist das nicht Paris oder London. Auf eine gewisse Weise liegt für mich das Zentrum Europas auf Lampedusa, dieser kleinen Insel südlich von Italien. Jeden Morgen liegen dort Leichen von Flüchtlingen, die an den Strand gespült wurden. Lampedusa repräsentiert für mich ein Europa, das ich nicht will."

13.04.2008, Migreurop/El Watan

2007: 94 ImmigrantInnen in Algerien verhaftet

Wie die algerische Zeitung El Watan schon am letzten Mittwoch meldete wurde nun bekannt, dass in Algerien immer mehr Fälle illegal Eingereister vor Gericht kommen. Der Gerichtshof von Chlef hat allein 2007 94 ImmigrantInnen aus verschiedenen Herkunftsländern verhandelt. Das Gericht von Boukadir hat 51 Flüchtlinge, die in einer Ploizeibarracke inhaftiert waren, verurteilt. Weitere Gerichte haben ebenfalls 43 Flüchtlinge wegen illegalem Aufenthalt verurteilt. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Nigeria, Syrien, dem Libanon, Marokko, der Türkei und China.

12.04.2008, CIR

30 Jahre Haft für Kapitän der "Iohan"

Das Oberlandesgericht in Catania hat am 9. April den Libanesen El Hallal Youssef zu 30 Jahren Haft verurteilt. Er war der Kapitän der "Iohan", die am Weihnachtsabend 1996 ein Schiffsunglück verursachte und 283 Flüchtlinge 19 Meilen vor der sizilianischen Küste in den Tod riss. Das Unglück von Porto Palo gilt immer noch als das schwerste in der italienischen Migrationsgeschichte. Nur aufgrund der Recherchen des italienischen Journalisten Giovanni Maria Bellu im Jahr 2001 konnte das Geschehen dokumentiert und bewiesen werden. Die Dokumentation erschein 2004 als Buch "Die Gespenster von Portopalo". (Artikel in italienischer Sprache)

11.04.2008, Migreurop

Gesundheitliche Probleme von Flüchtlingen in Griechenland

Hunderte von afghanischen Immigranten, campen in der Hoffnung, auf eine italienische Fähre zu gelangen, in der Nähe des Hafens von Patras. Sie leiden laut Berichten von Ärzte, die die Camps besuchten, an ansteckenden Hautkrankheiten und Atemproblemen, die durch die mangelhafte Hygiene in den Camps verursacht wurden. Unter den Flüchtlingen befinden sich auch Kinder. Oft arbeiten die Immigranten für einen Hungerlohn bei griechischen Bauern. (Artikel in englischer Sprache)

11.04.2008, Der Standard, Wien

Firmen wollen Flüchtlingen zu richtigen Jobs verhelfen

Im Konflikt um den verwehrten Arbeitsmarktzugang für Asylwerber haben eine Flüchtlings-NGO und elf Firmen einen runden Tisch gegründet. Ihre Forderung: "Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylwerber" mit Augenmerk auf unbegleitete Minderjährige, von denen in Österreich rund 400 leben.

10.04.2008, Migreurop

Deutschland bildet libysche Polizei aus

Mindestens 30 Angehörige des SEK und der GSG9 haben in Tripolis libysche Kräfte u.a. in Verhörtechniken ausgebildet. Deutschen Quellen zufolge fand die Ausbildung noch Anfang 2008 und findet möglicherweise immer noch statt. Die Ausbildung führten sowohl ehemalige Angehörige der deutschen Polizei als auch Polizisten, die immer noch im Dienst sind, durch. (Artikel in italienischer Sprache)

10.04.2008, Frankfurter Rundschau

Null Chance auf Asyl in Griechenland

Athen. Die griechische Regierung gerät wegen ihrer restriktiven Asylpraxis in Europa immer mehr in die Kritik. Das Land ist jedes Jahr Ziel zehntausender Migranten. Die meisten wollen Asyl beantragen und in andere EU-Länder weiterreisen. Doch die Chancen, in Griechenland Asyl zu bekommen sind gleich Null. Von 25 113 Asylanträgen 2007 hatten im ersten Anlauf nur acht Erfolg, in zweiter Instanz weitere 132. Laut UN-Flüchtlingskommissar gehen in Griechenland nur 0,04 Prozent der Asylanträge positiv aus.

10.04.2008, Südwest Presse

Griechenland: Das Kreuz der Flüchtlingsflut

"Nenn mich Ali", sagt der junge Somalier. Seinen richtigen Namen will er nicht nennen. Er ist illegal in Griechenland. Wie die anderen 14 Männer, Frauen und Kinder, mit denen er in der Dreizimmerwohnung unweit des Athener Freiheitsplatzes haust. Fünf Euro pro Tag zahlt er für die Schlafstatt: eine alte Matratze auf dem Steinboden, ein paar schmuddelige Decken. "Duschen kostet extra", erzählt Ali. Vor sechs Monaten ist er nach Griechenland gekommen. Schleuser brachten ihn und zwei Dutzend andere Flüchtlinge aus der Türkei über die Ägäis zur Insel Samos.

09.04.2008, Welt Online

Erfolg von Migration soll jetzt gemessen werden

Parallelgesellschaften, Sprachbarrieren, kulturelle Isolation – der Erfolg der Integrationspolitik der Bundesregierung wird zunehmend bezweifelt und kommt jetzt auf den Prüfstand. Zum ersten Mal wollen die Länder einheitliche Erfolgskriterien für den Grad der Integration und die Migrationspolitik aufstellen.

09.04.2008, telepolis

Klimaflüchtlinge benötigen Schutz der Industriestaaten.

Klimaflüchtlinge sind heute bereits eine Tatsache, mahnt Greenpeace in Deutschland an. Die NGO geht von 20 Millionen Menschen aus, die aufgrund von Umweltschädigung, unter anderem durch die Erderwärmung, ihre Heimatregionen [extern] verlassen mussten. So heißt es auch in der Studie von Greenpeace Indien, der Klimawandel werde für die Bewohner Asiens verheerende soziale und ökonomische Folgen bringen, wenn man diesen wie bisher als ein Problem von "geringer politischer Priorität" behandle.

08.04.2008, Bundesministerium des Inneren

1.545 Asylbewerber im März 2008

Im März 2008 wurden beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 1.545 Asylerstanträge gestellt. Die Zahl der Asylbewerber sank im Vergleich zum Vormonat um 273 Personen (-15,0 Prozent), stieg aber gegenüber dem Vorjahresmonat März 2007 geringfügig um 77 Personen (5,3 Prozent) an. Die Zahl der Asylerstanträge irakischer Staatsangehöriger ist gegenüber dem Vormonat von 523 auf 479 gesunken. Die Zahl der irakischen Asylfolgeanträge ging gegenüber dem Vormonat von 178 auf 155 zurück.

08.04.2008, Radio MegaWelle

Kanaren - Mehr als 230 Flüchtlinge in 72 Stunden

Nach rund drei Wochen Ruhe sind innerhalb der vergangenen 72 Stunden auf den Kanarischen Inseln insgesamt mehr als 230 Immigranten angekommen, darunter 56 Flüchtlinge auf der kleinsten Kanareninsel El Hierro. Bei diesen Zahlen kommen Erinnerungen aus dem Jahr 2006 ins Gedächtnis. Vor zwei Jahren waren mehr als 30.000 Afrikaner an die kanarischen Küsten gelangt.

07.04.2008, Frankfurter Rundschau

Deutschland soll Irak-Minderheiten aufnehmen

Deutschland sollte nach Forderungen von Hilfsorganisationen ein Kontingent von mindestens 20.000 Irak-Flüchtlingen aufnehmen. Diese Zahl nannten das katholische Hilfswerk missio und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). Eine großzügige Kontingentregelung forderte auch der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber. Derzeit sind über 4,5 Millionen Iraker auf der Flucht.

07.04.2008, Der Nordschleswiger, Dänemark

Schleuser und 14 weitere Iraker festgenommen

Die Grenzpolizei in Pattburg hat am Sonnabend auf der Autobahn E 45 bei Fröslee einen 29-jährigen Iraker aus Leipzig und weitere 14 Iraker festgenommen, die der Schleuser illegal nach Dä­nemark gebracht hatte. Eine Polizeistreife hatte den Schleuser und seine »Fahrgäste« in einem Leihwagen mit deutschem Kennzeichen in Nähe des Autobahngrenzübergangs El­lund/Frös­lee gesichtet, verfolgte das Fahrzeug und dirigierte es auf einen Rastplatz. Dort er­folgte die Festnahme. Die 15 Männer kamen ins Polizeigewahrsam in Pattburg.

06.04.2008, Deutschlandradio Kultur

Spanien: Die Gewächshaus-Sklaven

Egal, welcher Tätigkeit die Immigranten in ihrem Herkunftsland nachgegangen sind, in der spanischen Provinz Almería erwartet alle dasselbe Los. Riesige Treibhaus-Plantagen sind hier das Tor nach Europa. Täglich warten Tausende Tagelöhner auf einen Job, die meisten von ihnen Immigranten aus Afrika, die in Booten vor den Kanarischen Inseln aufgegriffen werden.

06.04.2008, Phoenix

TV-Tip: Auf der Suche nach einem besseren Leben

Griechenland wird für immer mehr Flüchtlinge das Tor nach Europa. Nur wenige Kilometer trennen griechische Inseln wie Samos, Chios oder Lesbos von der türkischen Küste. Auf meist völlig überfüllten, veralteten Fischkuttern oder Schlauchbooten kommen sie, riskieren dabei ihr Leben. Allein 2007 starben nach UN-Angaben mindestens 120 Flüchtlinge in der Ägäis. Die Inseln sind mit dem ständig steigenden Flüchtlingsstrom überfordert, die Lager meist völlig überfüllt.

05.04.2008, OberÖsterreich Nachrichten

Bleiberecht: „Vernetzter Widerstand“

Der Fall der Familie Zogaj in Frankenburg sei nur einer gewesen, in Österreich gebe es ca. 2500 integrierte Familien, die von Abschiebung bedroht seien, sagen die Vertreter der Bürgerinitiativen, die sich für die Familien und für ein gesetzlich geregeltes Bleiberecht einsetzen. Gestern fand die erste österreichweite Konferenz mit dem Titel „Bleiberecht jetzt“ in Linz statt.

04.04.2008, jananews

155 Flüchtlinge in Algerien inhaftiert

Die libysche Nachrichtenagentur Jana meldete schon vor zwei Tagen, dass in Algerien seit Jahresbeginn 155 illegale MigrantInnen inhaftiert wurden. Die algerische Nachrichtenagentur meldete, dass die Flüchtlinge im Osten des Landes inhaftiert worden seien. Die algerische Küstenwache hat im selben Zeitraum 13 Leichen geborgen und 46 illegale MigrantInnen gerettet. In 2007 wurden 1082 Flüchtlinge inhaftiert und 94 Tote geborgen. (Artikel in englischer Sprache)

04.04.2008, Fortress Europe/reuters/meltingpot.org

Mindestens 53 Somalis ertrinken vor Jemen

Nur 92 der 145 Flüchtlinge konnten sich schwimmend an die Küste retten. Erst letzte Woche waren 75 Menschen auf derselben Route ertrunken. Im letzten Jahr verloren 1400 Flüchtlinge ihr Leben, als sie den Golf von Aden überqueren wollten. Ca. 28.000 Menschen haben die Küste von Jemen erreicht. Im Jemen befinden sich nach Aussage des UNCHR derzeit 113.000 Flüchtlinge. (Artikel in italienischer Sprache)

03.04.2008, Europäisches Parlament

Europa-Abgeordnete in geschlossenen Zentren in Polen

Mit der Ausweitung des Schengen-Raums haben sich die Außengrenzen der EU nach Osten verschoben. Dies führt dazu, dass Länder wie Polen sich mit einer wachsenden Zahl von Immigranten konfrontiert sehen. Nach ähnlichen vorausgegangenen Besuchen in Aufnahme- und Abschieblagern in südeuropäischen Ländern sowie Frankreich, den Niederlanden und Belgien besuchten diese Woche zehn Abgeordnete des Innenausschusses geschlossene Zentren in Polen, um sich ein Bild von den Zuständen zu machen.

03.04.2008, Basler Zeitung

Ende aller Abschiebungen nach Griechenland gefordert

Der Europäische Rat für Flüchtlinge und Exilanten (ECRE) verlangt einen Stopp aller Abschiebungen nach Griechenland. Die griechischen Behörden hätten 2007 keinem einzigen Asylbewerber aus Afghanistan und dem Irak umgehend Schutz gewährt. Im Herbst hatte die deutsche Mitgliedsorganisation Pro Asyl eine Untersuchung vorgelegt, die systematische Misshandlungen an Flüchtlingen dokumentierte.

03.04.2008, Die Presse, Wien

Senegal: Der Fluch der Baumwolle

„Le Coton“ ernährt 400.000 Senegalesen – und ist einer der Gründe für die Rückständigkeit des Landes. Seit 1960 unabhängig, hat Senegal heute viele Probleme. Das Land muss alle Treibstoffe importieren und ist vom Erdnuss- und Baumwollexport abhängig. Der Osten ist bitterarm, von dort kommen viele Bootsflüchtlinge, die an Europas Ufern stranden.

03.04.2008, Die Presse, Wien

Europas schwarze Sex-Sklavinnen

Blessing wollte studieren. Als der damals 17-Jährigen aus einem Dorf in Südnigeria ein Freund der Familie einen Studienplatz in Italien versprach, nahm sie das verlockende Angebot an. Bald aber zeigte sich, dass die Versprechungen falsch waren: Das Mädchen landete auf dem Straßenstrich eines noblen Touristenortes an der Adria.

02.04.2008, n-tv

"Wir können die Türen nicht verschlossen halten"

Der Bayreuther Geoökologe Prof. Carl Beierkuhnlein auf einem Symposium zum Klimawandel: Die Flüchtlinge, die bisher nach Europa zu kommen versuchten, seien ein "bloßer Vorgeschmack". "Wir werden die Türen nicht verschlossen halten können." Die Aufnahme von Klimaflüchtlingen sei künftig auch eine Frage der Menschenrechte und ein ethisches Problem - schließlich begehrten die Flüchtlinge Hilfe von denjenigen, die den Klimawandel maßgeblich verursacht hätten.

02.04.2008, Deutschlandradio

Greenpeace erwartet 200 Millionen Klimaflüchtlinge

Der Klimaexperte der Umweltorganisation Greenpeace, Karsten Smid, rechnet in den nächsten Jahren mit mehr als 200 Millionen Klimaflüchtlingen. Smid sagte anlässlich der Klimakonferenz in Bangkok, schon heute seien rund 20 Millionen Menschen vor den Folgen des Klimawandels auf der Flucht. Viele der Afrikaner, die auf kleinen Booten das europäische Festland oder die kanarischen Inseln erreichten, seien Klimaflüchtlinge, sagte Smid. Die Industriestaaten, die den Klimawandel maßgeblich verursachten, müssten für diese Menschen Verantwortung übernehmen.

02.04.2008, ddp

Schäuble: Sorgen im Grenzraum «nicht bewahrheitet»

Seit dem Wegfall der Grenzkontrollen zu Tschechien und Polen am 21. Dezember sind in Deutschland insgesamt 1128 Ausländer bei dem Versuch der unerlaubten Einreise aufgespürt worden. Davon seien bereits 713 Menschen wieder «zurückgeschoben» worden, teilte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Dienstag bei einem Gespräch mit seinen Amtskollegen aus Polen und Tschechien im sächsischen Zittau zu 100 Tagen Schengen-Osterweiterung mit.

02.04.2008, Die Presse, Wien

Schengen: Positive Bilanz nach Grenzöffnung

Die Erweiterung des Schengen-Raums am 21. Dezember 2007 hat Österreich etwas sicherer gemacht. Die Grenzkontrollen in den Osten sind zwar gefallen, die Zahl der Schlepper und der geschleppten Personen hat aber auffallend abgenommen. Bei den Schleppern gab es im Jänner und Februar 2008 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2007 sogar ein Minus von mehr als der Hälfte: von 140 auf 67 Personen. Die Zahl der Geschleppten sank immerhin von 1848 auf 1413.

01.04.2008, Der Standard, Wien

Irak: Fast 5 Millionen Flüchtlinge

Die Zahl der Binnenflüchtlinge im Irak ist bis Ende März auf rund 2,8 Millionen gestiegen. Zudem verließen seit Beginn der US-geführten Invasion 2003 rund zwei Millionen Iraker das Land, wie das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) am Dienstag mitteilte.

01.04.2008, MDR

Asylbewerber fordern Schließung ihrer Unterkunft

Mehrere Flüchtlinge haben in Saalfeld gegen ihre Unterbringung im Asylbewerberheim Katzhütte demonstriert. Sie forderten die Schließung der Unterkunft im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Wie die Organisatoren der Kundgebung mitteilten, seien zur Unterstützung des Anliegens über 300 Unterschriften gesammelt worden. Hauptkritikpunkt der Flüchtlinge sind die Wohnbedingungen. Die Wände der Unterkünfte seien von Schwarzschimmel überzogen.

01.04.2008, taz

"Migration ist keine Krankheit"

"Migration ist etwas ganz Natürliches, es ist keine Krankheit", sagt Kader Attia. "Die Angst vor Migranten ist dagegen eine verbreitete Neurose. Wenn die Menschen in der westlichen Gesellschaft ihre eigene Migrantenvergangenheit akzeptieren könnten, wären sie vielleicht aufgeschlossener gegenüber anderen Einwanderern."