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31.08.2008, KNA
Die schlimme Lage der illegalen Bootsflüchtlinge vor der Küste Süditaliens verlangt laut Papst Benedikt XVI. Solidarität und wirksame politische Antworten. Die zuständigen Institutionen in Italien und Europa sollten das Problem verantwortlich und im Geist der Menschlichkeit angehen. Das sagte der Papst heute in Castelgandolfo.
31.08.2008, taz
5 Millarden Dollar in 25 Jahren will Rom an Tripolis zahlen. "Mehr Erdöl, weniger illegale Immigranten": Auf diese Formel brachte am Samstag Italiens Premier Silvio Berlusconi die neue Ära in den italienisch-libyschen Beziehungen, die mit der Unterzeichnung eines Freundschaftsabkommens eingeläutet wurde. Berlusconi war nach Bengasi gereist, um mit Libyens Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi die Unterschrift unter den "Pakt der Freundschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit" zu setzen. Einem Ausbau der politischen und ökonomischen Beziehungen stand vor allem die koloniale Vergangenheit im Wege. Gaddafi forderte eine hohe italienische Entschädigungszahlung und deutliche Worte der Entschuldigung für die in Libyen begangenen Kolonialverbrechen.
30.08.2008, algérie-monde.com
Die italienische Militärmarine, die Küstenwache und der Zoll haben am Donnerstag Abend 198 Menschen gerettet und an Land begleitet. Darunter befanden sich acht Frauen und ca. ein Dutzend Minderjährige. Sie waren auf dem Weg Richtung Sardinien. Der Zoll hatte vier Boote mit 99 Reisenden ausgemacht und Alarm geschlagen. (Artikel in französ. Sprache)
30.08.2008, Le Monde
Die königliche marokkanische Marine hat am Mittwoch und am Freitag 119 irreguläre MigrantInnen aus dem Subsahararaum an der Südküste der Westsahara aufgehalten. Sie reisten in zwei Booten, in einem Boot befanden sich sechs Leichen. Das erste aufgehaltene Boot hatte 51 Menschen an Bord, sechs waren an Hunger, Durst und Kälte gestorben. (Artikel in französischer Sprache)
29.08.2008, vienna.online
Ein Boot mit 358 Flüchtlingen an Bord wurde zehn Seemeilen (18,5 km) südlich von Lampedusa gesichtet. Die Küstenwache eskortierte die Migranten, darunter mehrere Frauen und Kinder, in den Hafen der Insel, berichteten italienische Medien. Am Vormittag waren zwei Boote mit jeweils 62 und 55 Flüchtlinge an Bord unweit von Lampedusa in Sicherheit gebracht. 2.000 Migranten befinden sich im Auffanglager der kleinen Mittelmeerinsel zwischen Sizilien und Tunesien, am Sonntag trafen 300 Flüchtlinge auf Lampedusa ein. Der Bürgermeister Lampedusas, Bernardino De Rubeis, bat um ein sofortiges Eingreifen der Regierung, um die Insel zu entlasten.
28.08.2008, Südtirol Online
Zwischen Mittwoch und Donnerstag landeten an Bord von verschiedenen Booten 223 Flüchtlinge, die mehrheitlich aus dem maghrebinischen Raum stammen. Immer öfter fahren Migranten von den Küsten Nordafrikas in Richtung Sardinien ab, um die Seepatrouillen vor Sizilien zu umgehen. Auch auf Lampedusa reißt die Flüchtlingswelle nicht ab. Die Küstenwache brachte am Donnerstag ein Boot mit 55 Migranten in Sicherheit, berichteten lokale Medien. 2.000 Migranten befinden sich im Auffanglager der kleinen Mittelmeerinsel zwischen Sizilien und Tunesien, am Sonntag trafen 300 Flüchtlinge auf Lampedusa ein.
28.08.2008, FOCUS Online
Nach der Rettung von acht Flüchlingen vor der Küste Maltas appeliert das UN-Flüchtlingswerk UNHCR weiter an die maltesische Regierung, die Suche nach den 70 vermissten Afrikanern fortzusetzen. Außerdem forderte es Malta auf, die acht Überlebenden nicht zu internieren, sondern ausreichend ärztlich zu versorgen.
28.08.2008, Agence France Presse
Auf der Suche nach 70 vor Malta verunglückten Bootsflüchtlingen sind im Mittelmeer drei Leichen gefunden worden. Ein deutscher Hubschrauber, der für die europäische Grenzschutzbehörde Frontex im Einsatz ist, habe die drei Leichen in der Nacht geortet, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Maltesische Küstenpatrouillen suchten demnach das Gebiet rund 70 Kilometer südlich des Inselstaats ab, in dem am Vortag Fischer acht Flüchtlinge gerettet hatten, die sich an ein leck geschlagenes Schlauchboot klammerten.
28.08.2008, ARD
Vor Malta sind vermutlich 70 Flüchtlinge ertrunken, die aus Libyen nach Südeuropa gelangen wollten. Nach Angaben der acht Überlebenden lief ihr Schlauchboot in starkem Wellengang voll Wasser und spülte die Menschen über Bord. Die acht Überlebenden des Unglücks wurden ins Haftlager Safi auf Malta gebracht.
26.08.2008, Radio Vatikan
Die EU-Staaten müssen angesichts der Flüchtlingsströme aus Afrika ihre Asyl-Politik überdenken. Das hat der Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, Pater Martin Stark, im Interview mit dem Kölner Domradio gefordert. Die europäischen Mittelmeerländer seien mit der derzeitigen Situation "völlig überfordert", erklärte Stark. Es müsse daher "ein vernünftiger humanitärer Schlüssel gefunden werden, nach dem alle europäischen Länder bereit sind, Flüchtlinge aufzunehmen".
26.08.2008, Linke Zeitung
Die EU-Grenzschutzagentur hat neue Zahlen über die von ihr koordinierten Einsätze auf dem Mittelmeer und vor der westafrikanischen Küste vorgelegt. Diese belegen, dass die Zurückdrängung von Flüchtlingsbooten auf hohem Niveau weitergeht. Sie werden in Drittstaaten zurückgedrängt, ohne dass sie Asylanträge stellen können.
26.08.2008, Agence France Presse
Auf dem Weg nach Spanien sind mindestens 20 afrikanische Bootsflüchtlinge ums Leben gekommen. 25 weitere Einwanderer konnten nach Angaben der spanischen Behörden von einem Patrouillenboot gerettet werden. Das zwischen der südspanischen Stadt Malaga und der spanischen Exklave Melilla im Norden Marokkos patrouillierende Schiff griff das mit Wasser vollgelaufene Flüchtlingsboot demnach in marokkanischen Gewässern auf. Im vergangenen Jahr starben nach Angaben der Organisation für Menschenrechte in Andalusien (APDH-A) mindestens 921 Flüchtlinge auf dem Weg nach Spanien.
26.08.2008, Die Presse, Wien
Eine unsichtbare Mauer schützt die spanische Wassergrenze im Mittelmeer und im Atlantik. Jedes Jahr wird der elektronische Wall, dessen technische Einzelheiten geheim sind, weiter ausgebaut. Die Abschottung zeigt Wirkung. Während an Spaniens Küste die Zahl der Armutsimmigranten zurückgeht, landen in Italien, auf Malta und in Griechenland immer mehr „Boat-People“.
25.08.2008, Focus Online
In der sudanesischen Krisenregion Darfur haben Regierungstruppen 27 Rebellen bei einem Angriff getötet. Ein Rebellensprecher sagte die Regierungstruppen hätten das Lager gestürmt um seine Bewohner zu vertreiben. Seitens der Rebellen wurden die Darfur-Friedenstruppen dazu aufgefordert, ihrem Auftrag des Schutzes der Flüchtlinge nachzukommen.
25.08.2008, Junge Welt
Interview mit Conni Gunßer vom Flüchtlingsrat Hamburg über das Antirassismus- und Klimacamp in der Hansestadt: "Eine Aktion fand vor der Ausbildungsstätte der EU-Grenzschutzagentur Frontex in Lübeck statt. Diese steht für eine Politik, die Flüchtlinge und Migranten ihrer Rechte beraubt. Die Agentur zwingt diese auf immer gefährlichere Fluchtrouten, zum Beispiel vor den Kanarischen Inseln. Dabei wird ihr Tod bewußt in Kauf genommen."
24.08.2008, ddp
Ein Libyer hat im Abschiebegewahrsam in Berlin- Köpenick versucht, sich das Leben zu nehmen. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, war der 29-Jährige zu keiner Zeit in Lebensgefahr, steht nun aber unter besonderer Beobachtung.
24.08.2008, ansa.it
Das Aufnahmezentrum in Lampedusa ist heillos überfüllt: nach den letzten Ankünften am Morgen halten sich ca. 2000 Menschen in dem für knapp 800 Personen ausgelegten Lager auf, unter ihnen Hunderte von Frauen und Kindern. Das ist der absolute Rekord bisher. Mit einer Luftbrücke und der regulären Fähre nach Porto Empedocle sollen heute 500 Flüchtlinge nach Sizilien/Kalabrien gebracht werden. Es sei alles kein Problem, man habe die Matratzen in die Flure gelegt, so der Verantwortliche der Betreiber-Kooperative. (Artikel in italienischer Sprache)
24.08.2008, Der Spiegel
Vor Italien sind erneut etwa 280 Flüchtlinge in der Nähe der Insel Lampedusa gesichtet worden. Die kleine Insel hat mit Trinkwasserknappheit zu kämpfen. Der Bürgermeister von Lampedusa, Bernardino De Rubeis, hat verschärfte Sicherheitsmaßnahmen auf den Weg gebracht, "um die Ruhe der Touristen und Bewohner unserer Insel nicht zu gefährden": Das Flüchtlingszentrum soll mit einem Stacheldrahtzaun umgeben und das Lager von Wachen kontrolliert werden. Rom strebt eine Vereinbarung mit Libyen an, um die Flüchtlingsströme in den Griff zu bekommen.
23.08.2008, Der Standard, Wien
Ein spanischer Fischkutter hat 49 afrikanische Flüchtlinge im Seegebiet zwischen Libyen und Malta vor dem Ertrinken gerettet. Wie das spanischen Außenministerium am Freitag mitteilte, hatte die Besatzung der "Clot de l'Illot" die Afrikaner auf einem sinkenden Schlauchboot im Mittelmeer entdeckt. Die Flüchtlinge hatten vermutlich nach Italien gelangen wollen.
23.08.2008, tagesspiegel.de
Italien ist erneut Ziel einer massiven Flüchtlingswelle geworden (...). Flüchtlingsorganisationen und Beobachter werfen der EU vor, dass ihr Grenzregime nicht nur Geld, sondern auch Menschenleben kostet – und zwar immer mehr: In der Straße von Sizilien starben nach Berechnungen von „Fortress Europe“ mindestens 2 962 Menschen auf den Routen zwischen Libyen, Tunesien, der Türkei und Ägypten und den italienischen und maltesischen Zielhäfen. Mehr als die Hälfte von ihnen würden vermisst. „Trotz eines deutlichen Rückgangs der Landungen hat sich die Zahl der Toten 2007 verdoppelt“, heißt es auf der Homepage der Organisation. Frontex rühmt sich der Rettung von Menschenleben: Im Jahre 2007 zum Beispiel habe man 166 Migranten retten können.
23.08.2008, taz
Wieder einmal herrscht "Notstand" in Lampedusa. In bloß zwei Tagen sind an die 900 Flüchtlinge in schiffbrüchigen Kähnen auf der Insel südlich von Sizilien eingetroffen, wieder ist das dortige Flüchtlingslager mit 2.000 Insassen heillos überfüllt. Nichts könnte unwahrer sein. Jahr für Jahr sind es lächerliche 20.000 Menschen, die den Weg über die Straße von Sizilien schaffen; auch dieses Jahr wieder kamen bis Ende Juli gerade einmal 11.000 Bootsflüchtlinge an. Das ist kein Drama - das ist ein Klacks für das reiche Europa, für ein Europa, das es zugleich ohne das kleinste logistische Problem schafft, auf Lampedusa zehntausende, auf den Kanaren gleich Millionen Touristen "unterzubringen" und zu "versorgen". Je nach Jahr kommen bloß 4 bis 12 Prozent der boat-people auf dem Seeweg nach Italien; der übergroße Rest reist ganz unspektakulär mit Touristenvisum ein.
22.08.2008, taz
Charter der Schande" und "für grenzenlose Bewegungsfreiheit". Der Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel ist mittlerweile - neben Frankfurt am Main - zu einem Knotenpunkt in der europäischen Abschiebelogistik geworden. Hamburg gilt als Vorreiter für Sammelabschiebungen per Charter-Flieger. Die hanseastische Ausländerbehörde hat deshalb seit Anfang dieses Jahres zwei Stabsstellen mit dem Namen "Rückführungen per Charter auf europäischer Ebene" geschaffen, die künftig Abschiebungen mit der europäischen Grenzschutzagentur "Frontex" koordinieren sollen. Die finanziell üppig ausgestattete EU-Agentur Frontex erwägt jedoch, ein eigenes Flugzeug anzuschaffen.
22.08.2008, taz
(...) Trotz verschärfter Überwachung durch die Marinepatrouillen der EU-Grenzagentur Frontex, trotz immer neuer Abkommen zwischen europäischen und afrikanischen Regierungen zur Zusammenarbeit bei der Verhinderung von Migration - der Zuzug aus dem Nachbarkontinent nach Europa über das Meer, mit den regelmäßigen Dramen ertrunkener oder unterwegs gestorbener Reisender, hält auch im Sommer 2008 unvermindert an. Die jüngsten Berichte nennen eine auffällig hohe Zahl von unbegleiteten Kindern oder Frauen unter den Flüchtlingen, und ein größerer Anteil der Migranten als sonst kommt aus fernen Ländern wie Sudan, Eritrea oder Somalia.(...)
22.08.2008, domradio.de
Eine neue Flüchtlingswelle erreicht die italienische Insel Lampedusa. Am Morgen kam ein Kutter mit 349 Afrikanern im Hafen der Insel an, wie der italienische Rundfunk berichtete. Unter den Flüchtlingen seien zahlreiche Frauen und Minderjährige. Das Flüchtlingslager auf Lampedusa mit 800 Plätzen ist mit 1.600 Insassen erneut überfüllt.
22.08.2008, Der Standard
Ein spanischer Fischkutter hat 49 afrikanische Flüchtlinge im Seegebiet zwischen Libyen und Malta vor dem Ertrinken gerettet. Wie das spanischen Außenministerium am Freitag mitteilte, hatte die Besatzung der "Clot de l'Illot" die Afrikaner auf einem sinkenden Schlauchboot im Mittelmeer entdeckt. Die Flüchtlinge hatten vermutlich nach Italien gelangen wollen. (...) nach Libyen gebracht weigerten sich die Flüchtlinge in Tripolis zunächst, den Kutter zu verlassen, und verbarrikadierten sich im Innern des Schiffes. 14 von ihnen wurden nach spanischen Medienberichten gewaltsam an Land gebracht. Die anderen verließen freiwillig das Schiff.
22.08.2008, Süddeutsche Zeitung
In einer neuen Flüchtlingswelle sind etwa 350 illegale Einwanderer auf der süditalienischen Mittelmeerinsel Lampedusa angekommen, darunter 42 Frauen. Erst gestern hatte die italienische Küstenwache mehrere Boote mit zusammen 455 Immigranten überwiegend aus Eritrea gestoppt. Die Einwanderer werden nach italienischen Medienberichten alle in das überfüllte Aufnahmelager auf Lampedusa gebracht, in dem bereits rund 1200 Flüchtlinge aufgenommen worden seien.
22.08.2008, MAZ
Das Flüchtlingslager auf der italienischen Ferieninsel Lampedusa hat eine eigene Abteilung für Mütter mit Kindern und allein stehende Minderjährige eingerichtet. Bis zu 130 Insassen, vorwiegend aus Eritrea, Somalia und Nigeria drängten sich während des Flüchtlingsansturms der vergangenen Wochen in diesem vom Rest der Einrichtung abgetrennten Teil. (...) Mit den Bootsflüchtlingen kamen allein zwischen Mai und Juli 775 Kinder und Jugendliche auf Lampedusa an.
21.08.2008, dpa/APA
In einer erneuten Flüchtlingswelle sind innerhalb weniger Stunden mehr als 400 illegale Einwanderer in Süditalien angekommen, darunter zahlreiche Frauen und Jugendliche. Vor Sizilien stoppte die italienische Küstenwache am Donnerstag ein altes Fischerboot mit 355 Immigranten aus Eritrea. Wie die Behörden mitteilten, sind unter den Flüchtlingen 57 Frauen.
20.08.2008, Fortress Europe
Die Zahl der Todesopfer steigt unaufhörlich. Mindesten 158 Menschen haben ihr Leben im Juli auf den Weg nach Europa verloren. Zwischen Libyen, Malta und Italien gab es mindestens 48 Opfer, unter ihnen zwei Kinder von zwei und vier Jahren und zwei schwangere Frauen. Zwischen Marokko und Andalusien (Spanien) sind 30 Menschen ertrunken, unter ihnen mindestens fünf Frauen und 11 neugeborene Kinder. Weiter 18 MigrantInnen starben vor den Kanaren. (Bericht in ital. und engl. Sprache)
19.08.2008, HL-Live
Die Linke verurteilt Abschottung der EU
Antje Jansen, Landesvorsitzende der Linken in Schleswig-Holstein, nahm am Dienstag, den 19. August 2008, mit etwa 300 Teilnehmern an der Demonstration vor der Bundespolizeiakademie in Lübeck-St. Hubertus teil. Anlass waren die Schulungen, die FRONTEX in Lübeck für Grenzpolizeioffiziere durchführt. Mit massiver Aufrüstung und Abschreckung reagieren Deutschland und andere EU-Staaten auf die Flüchtlinge an den Grenzen. Seit der Gründung von FRONTEX, der gemeinsamen europäischen Grenzpolizei, werden Flüchtlinge auf ihrer Flucht nach Europa massiv und unbarmherzig abgewehrt und kriminalisiert. FRONTEX missachtet planmäßig geltendes Flüchtlingsrecht und die Menschenrechte.
19.08.2008, Neues Deutschland
Im Rahmen des derzeit laufenden Antirassismus- und Klimacamps in Hamburg wird es am heutigen Dienstag auch eine Aktion in Lübeck geben, die auf die Rolle der Bundespolizei aufmerksam machen soll. Bei der dortigen Ausbildungsakademie steht auf dem Schulungsplan nämlich auch die Vermittlung von Know-how im Zusammenhang mit der europäischen Grenzabschottung gegen Flüchtlinge. Die Grundlagen dafür bildet die vor drei Jahren gegründete Grenzschutzagentur Frontex, deren Aufgabe es ist, die EU-Außengrenzen so undurchlässig wie möglich zu machen, um die ohnehin zurückgehenden Einwanderungs- und Asylbewerberzahlen noch weiter zu reduzieren.
18.08.2008, jetzt.de
Die Flüchtlingsdramen, die sich auf den trügerischen Gewässern des Mittelmeers abspielen, lassen in Deutschland die Kritik an der Agentur für die operative Zusammenarbeit an den EU-Außengrenzen (Frontex) wachsen. Quer durch die Parteien formiert sich Widerstand gegen die rechtlich fragwürdigen Operationen von Frontex auf hoher See, an denen auch Beamte der Bundespolizei beteiligt sind und in deren Zug es um das Abfangen und Eskortieren von Flüchtlingsbooten in Länder außerhalb der Europäischen Union geht. Im Zentrum der Kritik steht die Frage, inwieweit die Grenzschützer auch bei "exterritorialem Handeln", also außerhalb der Zwölf-Seemeilen-Zone, international verbriefte Flüchtlingsrechte einhalten müssen.
18.08.2008, Fortress Europe
Das erste Mal hat ein italienisches regionales Verwaltungsgericht (TAR) eine Dublin-II-Überstellung nach Griechenland ausgesetzt. Die 3. Kammer des TAR in Lecce (Apulien) hat der Klage eines afghanischen Asylsuchenden stattgegeben und Griechenland als nicht sicheres Land angesehen. (Artikel in italien. Sprache)
18.08.2008, Bundespolizei
Bei der Kontrolle eines Kleinbusses auf der BAB 11 in Richtung Berlin stellten Bundespolizisten drei Vietnamesen fest, die ohne Ausweisdokumente die Grenze überquert hatten. Sie gaben an, in Stettin in den Kleinbus des polnischen Reiseunternehmens gestiegen zu sein. Da die zwei 18jährigen sowie der 14jährige bei ihrer Festnahme einen Asylantrag stellten, wurden sie nach anschließend dem Landesamt für Asyl- und Flüchtlingsangelegenheiten in Nostorf bzw. der 14jährige dem Jugendhaus Rossow überstellt.
18.08.2008, Deutschlandradio Kultur
Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik hat sich gegen Forderungen gewandt, jugendliche Gewalttäter mit Migrationshintergrund einfach abzuschieben. Die meisten der Jugendlichen seien hier "unter miserablen Schulbedingungen sozialisiert worden". Deshalb läge es auch in der Verantwortung der Deutschen, sich um die jungen Leute zu kümmern. Man müsse die Kultur der Gewalt unter Migranten an ihren Wurzeln packen.
18.08.2008, Junge Welt
Eine sechsköpfige Familie, die seit über zwölf Jahren in Frankfurt am Main lebt, soll abgeschoben werden. Ein Gespräch mit Asna Naeem (14). Sie und ihre zwei Jahre ältere Schwester Anam sind von der Abschiebung nach Pakistan bedroht.
18.08.2008, Wochenblatt
63 Immigranten, darunter vermutlich sechs Minderjährige, erreichten am Sonntag die Küste von La Gomera. Ein Thunfisch-Trawler hatte die Flüchtlinge etwa sechs Meilen vor La Gomera entdeckt und die Küstenwache alarmiert, welche die Ankömmlinge daraufhin mit einem Kreuzer in den Hafen von Playa Santiago geleitete.
18.08.2008, tagesschau.de
Um Melilla, die spanische Exklave an Marokkos Mittelmeerküste, ist es ruhig geworden. Sie ist zu abgeschirmt, um afrikanischen Flüchtlingen als Tor nach Europa zu dienen. Sicherheitskräfte gegen mit harten Bandagen gegen die Illegalen vor. Nun verstecken sich die Flüchtlinge vor allem in den Wäldern an der algerisch-marokkanischen Grenze. Dort warten sie, bis sich eine Chance ergibt, nach Europa zu gelangen.
17.08.2008, HL-live
In Hamburg findet diese Woche ein Camp umwelt- und flüchtlingspolitischer Aktivisten statt. Zehn Tage lang werden dort diverse Aktionen und Diskussionen rund um die Themen Klimaschutz und Migration stattfinden. Im Rahmen dieses "Antira/Klimacamps" findet auch ein Aktionstag in Lübeck statt, der sich mit der EU-Grenzschutzagentur FRONTEX (von französisch "frontières extérieures", Außengrenzen) beschäftigt.
16.08.2008, Der Standard
Im heurigen Sommer ist die kleine italienische Insel Lampedusa zu einem Synonym für das ungelöste europäische Flüchtlingsproblem geworden. Das hat genauso viel mit aktuellen Fluchtbewegungen zu tun wie mit der italienischen Innenpolitik unter Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Um die "illegale Einwanderung" afrikanischer Bootsflüchtlinge an der Südküste einzudämmen, "müssen wir jedes uns zur Verfügung stehende Mittel nutzen", rechtfertigte Italiens Sonderminister für Vereinfachung der Gesetzgebung, Roberto Calderoli (Lega Nord), den Ende Juli auf ganz Italien ausgeweiteten Notstand wegen der "Flüchtlingskrise".
16.08.2008, Ekathimerini
Schon Anfang August kamen 93 MigrantInnen auf der kleinen Dodekanes-Insel Farmakonisi, die nur 72 EinwohnerInnen zählt, mit einem Boot aus der Türkei an. Die BewohnerInnen kümmerten sich um die Flüchtlinge, bis die Polizei eintraf. Am gleichen Tag wurden 71 Flüchtlinge und vier mutmaßliche Schleuser bei Elafonisi, nahe Kreta, aufgegriffen. Den Behörden zufolge handelte es sich um arabische Männer unter 40 Jahren. Sie wurden medizinisch versorgt und erst einmal in der Schule untergebracht, bis eine bessere Unterbringungsmöglichkeit gefunden wird.
Die vier mutmaßlichen Schleuser kommen aus der Ukraine und wurden verhaftet.
16.08.2008, Die Welt
Auf den Kanarischen Inseln sind innerhalb von 24 Stunden mehr als 200 Flüchtlinge aus Afrika an Land gegangen. Nach Presseberichten vom Freitag barg der spanische Seenotrettungsdienst bei Gran Canaria 67 Afrikaner von einem Boot, das vor der Küste der Ferieninsel trieb. Zuvor waren 138 illegale Zuwanderer mit zwei Booten nach Teneriffa gelangt. Auf dem afrikanischen Festland scheiterten rund 50 Afrikaner bei dem Versuch, von Marokko aus in die spanische Exklave Melilla zu gelangen. Nach Angaben der Behörden wurden die Afrikaner von der marokkanischen Polizei abgefangen. Die spanischen Grenzschützer mussten nicht eingreifen. Im Juni war es 70 Afrikanern gelungen, bei einem Massenansturm die Grenzposten zu überrennen und in die - an der Nordküste Afrikas gelegene - spanische Stadt zu gelangen.
15.08.2008, Spaniens Allgemeine Zeitung
Rund 50 illegale Einwanderer aus Marokko haben am Freitag versucht, den Grenzzaun nach Melilla zu überwinden. Insgesamt 23 Personen wurden von marokkanischen Beamten festgenommen. Der Rest konnte fliehen und verstreute sich erneut im Landesinneren. Wie in jedem Sommer steigt die Zahl der Fluchtversuche an der spanischen Enklave Melilla. In den vergangenen vier Tagen haben bereits über 100 Immigranten versucht, auf diese Weise spanisches Hohheitsgebiet zu erreichen.
15.08.2008, BBC
In den ersten 7 Moanten sind doppelt so viele Flüchtlinge angekommen als in 2007. (...) Es finden 15 % mehr Abschiebungen statt. Seit 2 Wochen werden Soldaten in den größeren Städten als Anti-Kriminalitäts-Prävention eingesetzt. 33 Nicht-EU-Bürger sind seitdem verhaftet worden (...) Derzeit sind 20.000 der 55.000 Inhaftierten Ausländer. (Artikel in englischer Sprache)
15.08.2008, Mallorca 95,8
Die balearische Ministerin für Soziales, Fina Santiago, will Flüchtlingskindern aus dem Senegal und Mali eine Aufnahme bei Landsleuten ermöglichen. Sie trifft sich dafür heute mit Familien aus den beiden afrikanischen Länder, die auf den Inseln wohnen. Bei dem Treffen soll diese Initiative genauer vorgestellt werden. Die Familien hatten zuvor schon Bereitschaft signalisiert, solche Kinder aufzunehmen. Nach Angaben des nationalen statistischen Instituts kommen jährlich rund 3.500 Menschen aus Mali und dem Senegal in kleinen Flüchtlingsbooten nach Spanien.
14.08.2008, Kanaren Nachrichten
Erneut erreichten zwei Cayucos die Kanareninsel Teneriffa. Das erste der beiden Boote kam am Morgen am Strand von Tajao, in der Gemeinde von Arico an. Mitarbeiter des Cruz Roja und Beamte der Polizei waren bei der Ankunft bereits vor Ort. Unter den 62 Bootsinsassen befanden sich mindestens 5 Jugendliche unter 18 Jahren. Weiterhin wurden 3 Männer aus diesem Flüchtlingsboot als mutmaßliche Bootsführer verhaftet. Nur wenige Stunden später erreichte dann das nächste Cayuco die Kanaren.
14.08.2008, Der Tagesspiegel
Jeden Sommer ertrinken Hunderte afrikanische Flüchtlinge im Mittelmeer. Gabriele del Grande notiert ihre Tragödien.
Der Tod an den Rändern Europas ist eine Alltagserscheinung, auch dieses Jahr, auch diesen Sommer. „Sechs Erwachsene, neun Babys sterben vor Spanien“ (10.7.), „Vier Tote bei Flüchtlingskatastrophe“ (13.7.), „Flüchtlingsschiff gekentert: sieben Tote“ (29.7.): So stand es zuletzt in den Zeitungen, Ähnliches konnte man bereits in Vorjahr lesen – wie in all den Jahren davor. Mehr als 12 500 Leichen hat man seit 1988 an den EU-Grenzen gefunden, die meisten im Meer. Auf jeden aufgelesenen Toten, so schätzt das Flüchtlingswerk der UN, kommen noch einmal rund 45 versunkene Leichen. Einer halben Millionen Toten zum Trotz bleibt Europa seltsam gleichgültig.
12.08.2008, Wochenblatt, Teneriffa
Während der vergangenen elf Tage sind 335 Flüchtlinge aus Afrika an den Küsten der Kanarischen Inseln eingetroffen. Laut einem Bericht des Regierungsdelegierten auf den Kanaren, José Antonio Batista, handelte es sich Personen aus Marrokko, Mauretanien und dem Senegal. Batiste betonte, dass im Zeitraum bis Juli 1037 Immigranten weniger eingetroffen sind als im Vorjahreszeitraum. Der Regierungsvertreter erklärte dies mit der verstärkten Überwachung in den Ausgangsländern, wo nach Schätzungen der Regierung rund 45% der Flüchtlingsboote abgefangen werden.
11.08.2008, El periódico di Cataluna
John Bull wurde vor 31 Jahren in Liberia gerboren. Seit 2 Jahren bettelt er an den Türen in Oujda, Marokko, um zu überleben. Seine Freundin überquerte vor 2 Monaten die Meerenge mit einem Boot. Er lebt in der Nähe, in einem improvisierten lager, mit einigen Nigerianern, Kamerunern, einem Kongolesen und einem Äthiopier. "wir warten auf die Gelegenheit, mit dem Boot überzusetzen und einige haben der Mafia schon 1400 Euro bezahlt", enthüllt Bull. (Artikel in spanischer Sprache)
11.08.2008, El periódico di Cataluna
Drei Jahre nach dem Höhepunkt der Migration an den spanischen Grenzen - der Stürmung des Zaunes von Ceuta und Melilla, die Ankünfte auf den Kanaren - zeigen die von der spanischen Regierung ergriffenen Grenzsicherungsmaßnahmen und die Abkommen mit Marokko, Mauretanien und Senegal Folgen. Die am meisten ersichtliche ist die Änderung der Route über Libyen, von wo aus die MigrantInnen versuchen, nach Italien zu kommen. (Artikel in spanischer Sprache)
08.08.2008, Südtirol online
Die italienische Marine hat innerhalb weniger Stunden südlich von Sizilien mehr als 200 illegale Einwanderer aufgenommen. Darunter sind auch etwa 120 Flüchtlinge aus Somalia, Äthiopien und dem Sudan, die vor der libyschen Küste in Not geraten waren, teilte die Marine am Freitag mit.
08.08.2008, Telepolis
n einem vertraulichen Bericht legte eine von Schäuble während der deutschen EU-Präsidentschaft geschaffene Gruppe Empfehlungen für die Sicherheitspolitik der nächsten Jahre vor. Die unter der deutschen EU-Präsidentschaft von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und dem damaligen EU-Kommissar für Recht, Frieden und Sicherheit, Franco Frattini, im Januar 2007 gegründete Informal High Level Advisory Group on the Future of European Home Affairs Policy ("The Future Group") hat im Juni den Regierungen einen vertraulichen Bericht mit Empfehlungen für die Sicherheits- und Rechtspolitik von 2010 bis 2014 vorgelegt.
07.08.2008, Kölnische Rundschau
Im Meer von Lampedusa spitzt sich das Flüchtlingsproblem aus Nordafrika weiter zu. 1700 Menschen drängen an einem Wochenende auf die Insel Lampedusa und hausen zusammengedrängt in Barracken, denn Platz ist hier nur für 800.
07.08.2008, Focus online
Ein Boot mit 120 Flüchtlingen ist vor der Küste Libyens in Seenot geraten, nachdem die Passagiere rund drei Tage ohne Wasser und Treibstoff auf dem offenen Meer verbracht haben. Unterdessen gelang rund 191 illegalen Einwanderern die Flucht nach Italien. Italien und andere südliche EU-Staaten sind immer wieder das Ziel von Flüchtlingen aus verarmten afrikanischen Regionen.
07.08.2008, news.search.ch
Etwa 120 afrikanische Flüchtlinge treiben seit Tagen ohne Wasser und Treibstoff auf ihrem Boot vor Libyens Küste. Eine Sprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR warnte auf der süditalienischen Insel Lampedusa vor einem erneuten Migrantendrama, sollte den illegalen Einwanderern aus Somalia, Äthiopien und dem Sudan nicht rasch geholfen werden. Zunächst habe kein Land ein Schiff zur Rettung geschickt. Italien müsse nun handeln, "denn wenn die Libyer kommen", drohe Panik. Die Flüchtlinge, darunter 25 Frauen und 6 Kinder, hatten mit einem Telefon um Hilfe gerufen.
06.08.2008, Die Zeit
mmer wenn man die Armut in der Welt und die Mitverantwortung Europas andiskutiert, wird man umgehend mit dem negativ besetzten Begriff "Gutmensch" kritisiert. In stereotyper Weise wird argumentiert, die Afrikaner sollen gefälligst zu Hause bleiben und ihren Beitrag für eine bessere Zukunft liefern. Im übrigen wären sie ohnehin selber (Korruption, Faulheit, etc.) für ihre Armut verantwortlich. Jegliche Entwicklungshilfe solle daher unterbleiben. Natürlich muss das Übel in Afrika selbst angepackt werden. Das ist ja meine Rede. Aber nicht in dieser zynisch propagierten Art und Weise, indem man anteilslos von außen zuschaut, wie das Experiment "im Herz der Finsternis" ausgeht.
05.08.2008, Die Zeit
Tagtäglich werden wir via Medien Zeugen und Mitwisser eines nicht mehr abreißenden Flüchtlingsdramas im Mittelmeer. Im Zentrum des furchtbaren Geschehens steht die zu Italien gehörende Insel Lampedusa. Während im Jahr 2007 ca. 20.000 Menschen aufgenommen wurden, sind heuer bis jetzt bereits 14.000 Flüchtlinge, hauptsächlich aus dem Inneren Afrikas, auf der Insel angekommen. Nach offiziellen Angaben sind voriges Jahr 500 und dieses Jahr bereits 380 Menschen vor Sizilien und Malta umgekommen. Was macht Italien? Der Bürgermeister der Insel, der um den Fremdenverkehr besorgt ist, appelliert an den Vatikan, die Flüchtlinge aufzunehmen und die Regierung in Rom ruft den Notstand aus, um Sondermaßnahmen gegen die illegale Einwanderung zu ergreifen.
05.08.2008, Die Presse
In Italien wächst die Sorge wegen des Flüchtlingsstroms. In den ersten Monaten dieses Jahres sind 12.500 Migranten auf Lampedusa eingetroffen, hieß es in einem Bericht der italienischen Küstenwache. Insgesamt landeten 290 Boote mit Flüchtlingen an Bord. Allein in den vergangenen zehn Tagen trafen 3.000 Flüchtlinge ein.
05.08.2008, presseportal.de/Tagesspiegel
Die EU-Grenzschutzagentur Frontex plant eine Verstärkung ihrer Mission zur Überwachung der Flüchtlingsrouten zwischen Nordafrika und den italienischen Inseln Lampedusa und Sizilien sowie Malta. Sowohl die Ausrüstung als auch das Personal für den Einsatz "Nautilus" würden demnächst verstärkt, sagte eine Sprecherin der Agentur mit Sitz in Warschau dem "Tagesspiegel" (Mittwoch) auf Anfrage. Frontex setzt zur Sicherung der EU-Außengrenzen im Mittelmeer Schiffe, Flugzeuge und Hubschrauber ein. Zur Verstärkung des Einsatzes "Nautilus" seien bereits fünf zusätzliche Experten aus Deutschland, Frankreich und Portugal nach Lampedusa geschickt worden, teilte Frontex-Sprecherin Izabella Cooper weiter mit.
04.08.2008, news.at
63 Afrikaner sind auf Lampedusa eingetroffen. Unter den Flüchtlingen, die an Bord eines Bootes in den Hafen der Insel eskortiert wurden, befanden sich zehn Frauen. Die Migranten stammen mehrheitlich aus Somalia und dürften von der libyschen Küste abgefahren sein, berichtete die Küstenwache.
Mit der erneuten Anlandung afrikanischer Migranten wächst die Zahl der Flüchtlinge im Auffanglager Lampedusas erneut auf über 1.000. Am Donnerstag waren an einem einzigen Tag über 1.000 Flüchtlinge auf Lampedusa eingetroffen und hatten das Lager nahe an den Zusammenbruch gebracht.
03.08.2008, ORF
Die Flüchtlingswelle im Mittelmeer nimmt kein Ende. Besonders die Lage auf der italienischen Insel Lampedusa ist dramatisch. Im Auffanglager der Insel, das maximal 1.200 Personen beherbergen kann, befinden sich zurzeit über 1.700 Menschen, berichteten die Behörden. Bisher waren noch nie so viele Flüchtlinge dort untergebracht. "Die Flüchtlinge stammen aus Somalia, Uganda, Zaire und aus Nigeria. Tausende von Menschen warten an den libyschen Küsten auf die Abfahrt nach Italien", sagte Fabiola Brignone, Sprecherin des Roten Kreuzes auf Lampedusa. Die Lage ist auch auf Malta dramatisch.
03.08.2008, ORF
Die Situation im Mittelmeer ist in diesem Sommer besonders dramatisch: Täglich landen Boote mit Flüchtlingen auf der italienischen Insel Lampedusa und auf Malta - auch die Zahl der Todesopfer auf den gefährlichen Reisen von Afrika in die EU steigt immer mehr. Die Flüchtlingslager auf Lampedusa und Malta stehen vor dem Kollaps. Helfer sprechen von furchtbaren Zuständen. Der Bürgermeister von Lampedusa appellierte nun an den Vatikan, seine Tore für Flüchtlinge zu öffnen.
02.08.2008, Die Welt
Wie Celestino Corbacho, Spaniens neuer Arbeits- und Einwanderungsminister, im Kongress erläuterte, können sich Rückkehrwillige ab September ihre Ansprüche aus der Arbeitslosen- und Rentenversicherung auszahlen lassen, wenn sie ihre Koffer packen. Corbacho hofft, dass bis zu 1,2 Millionen Einwanderer das Angebot annehmen und so den Arbeitsmarkt entlasten. Doch Vorstellung und Wirklichkeit klaffen weit auseinander. Nur wenige Tausend Menschen zeigen sich bislang interessiert, gesteht das Arbeitsministerium missmutig ein.
Die Offerte ist einfach zu unattraktiv.
02.08.2008, ORF
Die EU-Kommission prüft strikte Maßnahmen der italienischen Regierung gegen die Einwanderung von Roma aus Rumänien auf deren Vereinbarkeit mit dem EU-Recht.
Außerdem habe die Regierung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi die EU-Kommission auch gebeten, das "Sicherheitspaket" auf Vereinbarkeit mit den Grundsätzen der EU zu prüfen.
02.08.2008, Rote Fahne
Die italienische Regierung hat wegen der Flüchtlingswelle an der Südküste den Notstand ausgerufen. Im ganzen Land wurde die Präsenz von Militär und Polizei verstärkt, der Bau von Abschiebelagern für Flüchtlinge wird forciert und das Strafrecht gegen 'illegale' Einwanderer verschärft. Der Kampf gegen den "Terrorismus" muss als Begründung herhalten. Italienische Regierungsvertreter berufen sich darauf, es sei der Wille der Bevölkerung in den Gebieten, in denen täglich die Flüchtlingsboote aus Afrika ankommen, völlig erschöpfte Menschen Zuflucht suchen und viele die Küste gar nicht erreichen.
01.08.2008, Der Standard
Insgesamt 1700 Menschen befinden sich zurzeit im Auffanglager der etwa 20 Quadratkilometer großen Insel mit rund 6000 Einwohnern. Auch letztere seien "stinksauer, weil es der Staat bis heute nicht geschafft hat, entsprechend zu reagieren", kritisiert der Bürgermeister von Lampedusa, Bernardino de Rubeis, im derStandard.at-Gespräch.
"Der Notstand ist Teil eines Pakets, das uns mehr finanzielle Mittel bringen soll. Aber wir brauchen neue Auffangzentren in Sizilien."
01.08.2008, Radio Vatikan
Katholische Hilfswerke verbitten sich die Attacken italienischer Lokalpolitiker, sie würden nicht genug für illegale Einwanderer tun, die über das Mittelmeer nach Italien gelangen.
„Wo es eine übertriebene Tendenz zur Sicherheit gibt, muss die Kirche auf die Aufnahme der Menschen pochen“, so Marchetto, Sekretär des Päpstlichen Migrantenrates.
Die Aufnahmezentren stehen vor dem Kollaps, Lampedusas Bürgermeister Bernardino de Rubeis forderte in einer wütenden Geste „den Vatikan“ dazu auf, die afrikanischen Flüchtlinge selber unterzubringen, etwa in leer stehenden Seminaren oder Klöstern.
01.08.2008, Tagesanzeiger
achdem gestern fast tausend Flüchtlinge Lampedusa erreicht haben, hat der Bürgermeister der italienischen Mittelmeerinsel den Vatikan aufgerufen, die Gestrandeten aufzunehmen.
«Der Vatikan soll die Tore der leeren Seminare und der Klöster öffnen und die Migranten aufnehmen», fordert De Rubeis.
m Flüchtlingslager Lampedusas, das maximal 1200 Personen beherbergen kann, befinden sich zurzeit 1701 Ausländer, berichteten die Behörden. Zu ihnen zählen 200 Frauen und 30 Kinder.
Nach offiziellen Angaben sind vor Sizilien und Malta im ersten Halbjahr dieses Jahres 380 Menschen um Leben gekommen.
01.08.2008, Die Presse
Das Lager von Lampedusa, betrieben von den italienischen Behörden und kofinanziert durch die Europäische Union, steht vor dem Kollaps. Jetzt sind 1600 Menschen einquartiert. Das ist Rekord. Gedacht ist das Lager für 750.
Die Einheimischen der kleine Insel nahe der nordafrikanischen Küste fühlen sich mit dem Flüchtlingsansturm „ziemlich allein gelassen“ von der EU.
Kein anderes EU-Mitglied will Bootsflüchtlinge von Lampedusa „übernehmen“ – und mit ihnen langwierige, oft teure Asylverfahren. Jeder fünfte Flüchtling von Lampedusa bekommt am Ende Asyl oder politischen Schutz.