borderline-europe - Menschenrechte ohne Grenzen e.V. und PRO ASYL
Wir haben nichts zu verbergen
Eine Reise auf den Spuren der Flüchtlinge durch Süditalien
"Die unsichtbaren Gesichter der Immigration" nannte eine italiensche Organisation die unbegleiteten Minderjährigen. Zwischen Mai 2008 und Februar 2009 sind auf der Mittelmeerinsel Lampedusa zwischen Sizilien und Tunesien 1.994 Flüchtlingskinder und -jugendliche eingetroffen. Die meisten Minderjährigen, die auf Lampedusa stranden, sind Jungen im Alter von 16 und 17 Jahren. Insgesamt sind acht Prozent aller Flüchtlinge, die jährlich nach langen Seefahrten Italien erreichen, unbegleitete Kinder.
"Es herrscht Schweigen" wird ihnen immer wieder von RechtsanwältInnen und UnterstützerInnen gesagt, während die Heimleitungen "nichts zu verbergen haben", wie sie behaupten. Doch was passiert wirklich mit den Minderjährigen? Germana Graceffo und Judith Gleitze begaben sich 2008 auf die Spuren dieser Jugendlichen und besuchten das Erstaufnahmezentrum auf Lampedusa und Einrichtungen für Jugendliche in Sizilien.
Ein Gemeinschaftsprojekt von borderline-europe, Menschenrechte ohne Grenzen e.V. und PRO ASYL, April 2009
borderline-europe - Menschenrechte ohne Grenzen e.V.
Lampedusa - Eine Insel ohne Rechte
Lampedusa läuft in Gefahr, zu einer Gefängnisinsel zu werden. Auf der Insel scheinen die Menschenrechte für Lampedusaner wie auch für Flüchtlinge ausgesetzt zu werden. borderline-europe besuchte gemeinsam mit VertreterInnen der sizilianischen Vereine kom-pa.net und Borderline Sicilia im März 2009 die Insel.
borderline-europe - Menschenrechte ohne Grenzen e.V.
Das Sterben an den EU-Außengrenzen
Tausende Tote rings um die Europäische Union sind den meisten Medien in Deutschland auch weiterhin kaum eine Zeile oder Sendeminute wert. Wir haben uns deshalb entschlossen, selbst eine Zeitschrift herauszubringen, die das EU-Grenzregime und seine tödlichen Folgen zum Inhalt hat.
Das Sonderheft entstand als Abschlußarbeit im Fach "Gestalten" an der Universität Münster, es ist ab sofort im Buchhandel oder über unsere Geschäftsstelle zu beziehen.
Grenzregime
Diskurse, Praktiken, Institutionen in Europa
Spätestens die Erstürmung der spanischen Enklaven Ceuta und Melilla durch Hunderte MigrantInnen im Jahr 2005 hat die Vorverlagerung des europäischen Grenzregimes weit über die Grenzen der EU hinaus in seiner ganzen Dramatik zum Ausdruck gebracht. Die 17 Artikel des vorliegenden ersten Bandes des Netzwerks kritische Migrations- und Grenzregimeforschung spüren den Dynamiken, zentralen Akteuren, Diskursen und Praktiken des europäischen Grenzregimes nach. Dabei recherchierten die AutorInnen vor Ort in der Ukraine, in Marokko, in der Türkei, in Mali, dem Kosovo und vergleichend in den Amerikas.
ISBN 978-3-935936-82-8, 296 Seiten, 18.00 € / 32.90 sF, erschienen Juli 2010
Mamadous Fahrt in den Tod
Die Tragödie der irregulären Migranten im Mittelmeer
Der italienische Journalist Gabriele del Grande ist der Spur der "Namenlosen" gefolgt: der Opfer jener täglichen Tragödie an unseren Grenzen, von der die europäische Öffentlichkeit so wenig erfährt. Wer waren diese Menschen, die Schiffbrüchen zum Opfer fielen, aber auch der Hitze der Sahara, Lastwagenunfällen, dem Schnee und der Kälte, den Minenfeldern und den Schüssen der Polizei? Das Buch hat in Italien bereits innerhalb kürzester Zeit für großes Aufsehen gesorgt.
von Loeper Literaturverlag, 216 Seiten, ca. EUR 14,90
Ende einer Rettungsfahrt Das Flüchtlingsdrama der Cap Anamur
Die Rettung von 37 schwarzafrikanischen Schiffbrüchigen im Mittelmeer durch die "Cap Anamur" löste im Sommer 2004 diplomatische Verwicklungen und weltweite Schlagzeilen aus. Mit exklusiven Dokumenten und Fotos von Bord erzählt Elias Bierdel die wahre Geschichte hinter diesem angeblichen Fall von "Schlepperei", der nach dreijähriger Prozessdauer mit Freispruch endete.
Gestürmte Festung Europa. Einwanderung zwischen Stacheldraht und Ghetto. Das Schwarzbuch.
Schicksale afrikanischer Migranten auf dem Weg in ein vermeintliches "Paradies", in dem Menschen schwarzer Hautfarbe allenfalls als Arbeitssklaven geduldet werden.
Das Imperium der Schande
Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung
Der streitbare schweizerische Nationalrat und UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung prangert schonungslos die Verantwortung der Industrienationen für Elend und Armut der "Entwicklungsländer" an: "Es kommt nicht darauf an, den Menschen der Dritten Welt mehr zu geben, sondern ihnen weniger zu stehlen."
Der preisgekrönte "SPIEGEL"-Autor Klaus Brinkbäumer schildert in seinem neuesten Buch den vierjährigen Leidensweg eines afrikanischen Auswanderers, der es schließlich "geschafft" hat.
Libyen hat eine Massenbefreiung der inhaftierten Migranten vorgenommen. Nicht nur die 205 inhaftierten Eritreer in Braq wurden entlassen, sondern auch 2800 weitere Flüchtlinge und Migranten. Alle haben eine Aufenthaltserlaubnis für drei Monate erhalten, um sich Arbeit in Libyen zu suchen.
Ukraine. Flüchtlinge auf dem Weg nach Westeuropa werden immer häufiger von der ukrainischen Grenzpolizei gefasst und inhaftiert. Die Fotografin Dörthe Hagenguth reiste mithilfe eines VG-Bilkunst-Stipendiums mehrfach in die ukrainischen Karpaten und dokumentiert die Situation mit Bildern und Interviews in einer Slideshow.
Dankesrede von Elias Bierdel zur Verleihung des Ute Bock-Preis für Zivilcourage
Elias Bierdel erhielt im Januar 2010 den Ute-Bock-Preis für seine Organisation Borderline Europe – Menschenrechte ohne Grenzen, mit der er auf das Massensterben an den europäischen Außengrenzen aufmerksam macht.
Mohammed Yussif war einer der 37 Geretteten von der "Cap Anamur". Im April 2006 starb er mit zwanzig weiteren Flüchtlingen bei einem erneuten Versuch nach Europa zu gelangen, als ihr Boot im Sturm vor Lampedusa kenterte.